Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit leidet seit Jahren an einer chronischen Lungenfibrose. Anfang Juni hat der Palast bestätigt: Die 52-Jährige steht auf der Warteliste für eine Lungentransplantation.
In Norwegen gilt zwar die Widerspruchsregelung, bei der jeder Mensch nach dem Tod automatisch Organspender wird – außer er hat zu Lebzeiten abgelehnt. Trotzdem gibt es nur wenige Spenderlungen. Wer ein Organ bekommt, entscheidet sich allein nach medizinischer Notwendigkeit und Gewebeverträglichkeit.
Wie bunte.de berichtet, entsteht die wahre Zwickmühle für den Hof erst nach der Operation. Norwegens Organspende-Gesetze fordern absolute Anonymität. Die Angehörigen des Spenders erfahren nicht, wem geholfen wurde, und der Empfänger kennt niemals den Namen des Verstorbenen.
Diese Geheimhaltung ist in einem Land mit wenigen Einwohnern eine riesige Aufgabe – gerade im Internet-Zeitalter. Meldungen über Todesfälle verbreiten sich rasend schnell. Jede schnelle Nachricht über eine gelungene OP wäre ein Puzzlestück, das auf den Spender hindeuten könnte.
Das Königshaus und die Klinik Rikshospitalet in Oslo stellten in einer gemeinsamen Erklärung die rechtliche Lage klar: Es ist per Gesetz untersagt, Details zu verraten, die eine Verbindung zwischen Spender und Empfänger herstellen könnten.
Man werde nach dem Eingriff "sehr sorgfältig prüfen", zu welchem Zeitpunkt eine Mitteilung ohne Gefahr für die Anonymität möglich ist. Es steht also in den Sternen, wann die Norweger eine erlösende Nachricht erhalten werden.