Die heftige Virus-Welle im Dezember und Jänner sorgte für einen Medikamenten-Engpass in Österreich. Selbst mit dem Abflachen der Erkrankungen ist keine Entspannung in Sicht.
Dutzende Standardpräparate sind seit Monaten nicht oder nur eingeschränkt verfügbar, berichtet "Die Presse". Betroffen sind Asthmasprays für Kinder, Magentabletten, Blutdrucksenker, Psychopharmaka wie Beruhigungstabletten, Schmerzmittel wie Paracetamol (Neocitran, Mexalen) und Ibuprofen (Thomapyrin) sowie das Antibiotikum Penicillin.
Seit kurzem kommt es auch zu Engpässen bei Augentropfen, die zur Behandlung einer bakteriellen Bindehautentzündung benötigt werden.
Die Ursachen dafür sind vielfältig. Die Art der Herstellung spielt dabei aber eine große Rolle. Aus Kostengründen produzieren die meisten Arzneimittelhändler nicht mehr in Europa, sondern fast nur noch in Asien. Zudem kam es zu Fehlkalkulation der globalen Hersteller, die nicht mit einer derart starken Erkältungswelle gerechnet haben.
Um langfristig eine Stabilisierung des Markts herbeizuführen und die Abhängigkeit von China und Indien zu reduzieren, wäre eine Verlagerung der Produktion nach Europa erforderlich. Dies hätte wiederum höhere Preise für patentgeschützte Medikamente zur Folge.
Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) will die seit längerem diskutierte Wirkstoffverschreibung vorantreiben. Das bedeutet, dass Ärzte nicht mehr ein konkretes Produkt verschreiben, sondern nur den Wirkstoff. Apotheken könnten dann einfacher auf andere Präparate ausweichen und Lieferengpässe vermeiden, heißt es aus dem Ministerium.