Eigentlich wollte Sonja M. (Name der Redaktion bekannt) am Sonntag am Wiener Hauptbahnhof mit ihrer siebenjährigen Tochter nur schnell eine Jause kaufen.
Schon von Weitem fiel ihr eine lange Schlange direkt neben dem Eingang des Supermarkts auf. Zahlreiche Menschen warteten vor dem Pfandautomaten mit mehreren großen Sackerln voller Flaschen.
Laut Sonja M. war die Stimmung deutlich geladen, die Menschen waren gereizt. Einige Wartende hätten wirres Zeug in Richtung der Shopper und Zugpassagiere geschrien. Ein Mann habe einen anderen, der ebenfalls eine große Menge Pfandgut bei sich hatte, verbal attackiert.
Mindestens drei Securitys standen laut der Mutter in der Nähe und konzentrierten sich auf die Situation: "Einer fragte in sein Handy, ob er Verstärkung holen solle", sagt Sonja M.
Besonders unangenehm war die Situation für ihre siebenjährige Tochter Mia. "Mein Kind wollte nur schnell weg, sie hatte förmlich Angst vor diesen aggressiven Menschen."
"Heute" fragte bei den ÖBB nach, ob solche Szenen am Pfandautomaten am Hauptbahnhof häufiger vorkommen. Aus der Konzernzentrale heißt es: "Uns ist bekannt, dass der Pfandautomat in der Bahnhofshalle vor allem an Wochenenden stark genutzt wird. Die von Ihnen geschilderte Situation mit angespannter Stimmung wurde uns jedoch bislang nicht wiederholt in dieser Form gemeldet."
ÖBB und Spar arbeiten gemeinsam an einer Lösung. Künftig soll es mehr Möglichkeiten geben, Pfandflaschen am Hauptbahnhof zurückzugeben: "Im Wartebereich sollen zwei zusätzliche Pfandautomaten aufgestellt werden, um die Situation beim bestehenden Gerät zu entschärfen. Der genaue Zeitpunkt der Aufstellung wird derzeit gemeinsam mit Interspar final abgestimmt."
Wann die beiden zusätzlichen Automaten tatsächlich in Betrieb gehen, steht noch nicht fest.