Fußballfans die protestieren? Eigentlich nicht weiter speziell. Aber wenn sie so kreativ werden, wie ein Anhänger des AC Milan, dann kann es durchaus hohe Wellen schlagen. So geschehen nach dem 2:2 des italienischen Traditionsvereins gegen Lecce. Über die sozialen Netzwerke forderte der Fan zu einem Hupkonzert in ganz Mailand auf. Das Video, indem er mit lautem Beispiel voran geht, geht momentan viral. Innert 24 Stunden kamen schon über 30'000 Klicks zusammen.
Doch was bringt ihn zu dieser verrückten Aktion? Die Antwort: Der Mittelfeldspieler Suso. Der Spanier, mit bürgerlichem Namen Jesús Joaquín Fernández Sáez de la Torre, gehört bereits seit 2015 zu Milan. Seither hat sich beim Fan wohl einiges an Wut und Frust angesammelt, beim enttäuschenden Unentschieden vom vergangenen Wochenende ist ihm der Kragen dann endgültig geplatzt. Suso wird vorgeworfen, dass er beim Ausgleich in der Nachspielzeit zu weit von seinem Gegner weg stand.
"Wenn ihr Schlaf wollt, dann tut Suso weg"
Auf Twitter erklärte der aufgebrachte Fan in einem Statement an die AC Milan: "Mir fällt nichts mehr anderes ein, wie ich meinen Protest sonst zum Ausdruck bringen könnte: Ich werde so lange herum fahren und die Hupe meines Autos drücken, bis ich Suso nicht mehr auf dem Spielfeld sehe. Ich scherze nicht: Wenn ihr wirklich wieder zum Schlaf kommen wollt, dann tut Suso weg." Der Milan-Fan erklärt weiter: "Das ist eine zivile Form des Protests. Ich bringe dieses Opfer, auch wenn sie mich wahrscheinlich einliefern werden, wenn sie mich aufhalten."
Suso war vor vier Jahren von Liverpool nach Mailand gewechselt. Nach einer Leihe zu Genua gehört er seit drei Jahren zum unbestrittenen Stamm der AC Milan. In 144 Spielen erzielte der rechte Flügel 23 Tore und bereitete 36 weitere vor. Zum Schluss der vergangenen und zum Beginn dieser Saison aber war der Wurm drin, oft war Suso eigensinnig, zudem ist sein Spiel berechnbar geworden, versucht er doch immer wieder in Robben-Manier in den Strafraum vorzustoßen. Viele Fans fordern darum Coach Stefano Pioli dazu auf, Neuzugang Ante Rebic vorzuziehen.
Und mittlerweile ist auch der hupende Autofahrer nicht mehr alleine. Zu seiner fragwürdigen Aktion haben sich schon etliche Nachahmer gefunden. In Norditalien wird momentan also rege gehupt. Wobei – das wurde es schon vor dem Fall Suso.