Am Donnerstag flog Österreichs Nationalteam direkt zum WM-Quartier in die USA, landete in Los Angeles, danach ging es weiter nach Santa Barbara. Mit von der Partie ist auch Österreichs Erfolgsteamchef Ralf Rangnick. Er hat Rot-Weiß-Rot erstmals seit 1998 wieder zu einer Weltmeisterschaft geführt, er bereitet die ÖFB-Auswahl nun auf den WM-Auftakt gegen Jordanien am 17. Juni vor.
Doch wie geht es nach dem Turnier weiter? Diese Frage ist noch nicht geklärt. Und die Spekulationen über die Zukunft des Deutschen nehmen kein Ende. Fakt ist: Rangnick befindet sich mit dem ÖFB in Gesprächen über eine Verlängerung des Vertrags. Der 67-Jährige betont mehrmals, ausschließlich mit dem heimischen Verband konkret zu verhandeln. Allerdings sickerte zuletzt durch, dass sich Rangnick mit MIlan-Besitzer Gerry Cardinale und Vereinsberater Zlatan Ibrahimovic getroffen haben soll. Rangnick solle demnach den Posten des Technischen Direktors der "Rossoneri" übernehmen, Österreichs Star-Trainer Oliver Glasner git nach einem sechsstündigen Gespräch mit der Klubführung am Dienstag als Topkandidat auf den Trainerposten, soll auch von Rangnick vorgeschlagen worden sein, seine Bestellung sei aber unabhängig von der Personalie Rangnick.
In den kommenden Tagen sollen beim Serie-A-Klub jedenfalls die Würfel fallen. Zunächst berichtete die "Gazzetta dello Sport" darüber, dass Milan noch im Laufe dieser Woche den neuen Technischen Direktor und Trainer verkünden wolle. Dies könnte sich nun um ein paar Tage verzögern. Zumindest vermeldet das Blatt am Freitag, dass Rangnick bis spätestens Anfang nächster Woche einen Anruf aus Mailand erwarte. Er wolle noch warten, aber nicht ewig, heißt es. Das habe der Deutsche auch einigen Vertrauten erzählt. Danach soll endgültig klar sein, ob Rangnick nach der WM beim italienischen Topklub anheuere.
Milan müsse sich demnach dafür entscheiden, die von Rangnick aufgebrachten Forderungen zu erfüllen. So soll Rangnick Johannes Spors, aktuell bei Southampton aktiv, als Sportdirektor installieren wollen. Spors solle dann, gemeinsam mit dem neuen Trainer, die Transfer-Entscheidungen bei Milan treffen, solange Rangnick bei der WM weilt. Der Deutsche würde auch Christopher Vivell, aktuell bei Manchester United unter Vertrag, als Chefscout mitbringen und seine Spielphilosophie über die gesamte Nachwuchsakademie hinweg implementieren.
Besitzer Cardinale überlege aktuell vor allem, ob er die Nachwuchsakademie und die U23 komplett auf den von Rangnick geplanten Fußball umbauen wolle. Die Zeit drängt jedenfalls. Denn, so heißt es auch in dem Bericht: Der ÖFB wolle jedenfalls noch vor dem ersten WM-Gruppenspiel gegen Jordanien mit Rangnick verlängern.