Betroffene erzählen

"Milchkuh" und "ekelhaft" – Mütter erleben Still-Hass

Stillen in der Öffentlichkeit sorgt in der Öffentlichkeit oft für Streit: Mütter berichten von Beschimpfungen, Rauswürfen und verletzenden Sprüchen.
Österreich Heute
01.08.2026, 17:36
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Ein Baby an der Brust – für viele Mütter ganz normaler Alltag. Doch sobald das Kind älter wird oder das Stillen in der Öffentlichkeit passiert, kippt die Stimmung. Beschimpfungen, schiefe Blicke und sogar Aufforderungen, den Platz zu verlassen: Zahlreiche Frauen berichten von belastenden Erlebnissen.

Anlässlich der Weltstillwoche (1. bis 7. August) zeigt eine aktuelle Umfrage von MAM Babyartikel gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut TQS unter 1.000 Personen: Stillen in der Öffentlichkeit wird in Österreich noch immer kritisch gesehen.

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Mütter berichten von schockierenden Erlebnissen

Für viele Frauen bleibt es nicht bei Meinungen. Sie erzählen von Situationen, in denen sie sich gedemütigt oder ausgeschlossen fühlten. "Ein Kellner kam zu mir und fragte: Können Sie ihr Kind nicht am Klo stillen?", berichtet eine Mutter. Eine andere erzählt: "Ich wurde aus einem Café hinausgeschmissen."

Auch sexuelle Anspielungen mussten manche Frauen erleben: "Ein Mann fragte mich, ob er auch mal 'ran dürfe'", schildert eine Betroffene.

Besonders verletzend seien Situationen, in denen Fremde das Stillen kommentieren oder verbieten wollen. Eine Mutter erzählt: "Ein älterer Mann hat mir vorgeworfen, ich würde ihn sexuell belästigen, weil ich mein Kind neben ihm gestillt habe. Er forderte mich auf, meine Brüste 'wieder einzupacken'. Sonst würde er die Polizei rufen."

Jede fünfte Person lehnt Stillen ab einem Jahr ab

Nur rund ein Drittel der Befragten sagt laut Umfrage, Stillen unabhängig vom Alter des Kindes als akzeptabel zu empfinden.

Während Babys unter sechs Monaten kaum auf Ablehnung stoßen, ändert sich die Haltung vieler Menschen mit zunehmendem Alter des Kindes. 19 Prozent der Befragten finden Stillen in der Öffentlichkeit ab dem ersten Geburtstag nicht mehr in Ordnung. Weitere 13 Prozent lehnen es ab zwei Jahren ab, sieben Prozent ab drei Jahren.

WHO empfiehlt Stillen bis über den zweiten Geburtstag hinaus

Dabei empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Babys bis zum sechsten Monat ausschließlich zu stillen. Danach sollen Beikost und Muttermilch kombiniert werden. Weiterstillen wird bis zum zweiten Geburtstag oder darüber hinaus empfohlen – solange Mutter und Kind dies möchten.

Sabrina Krejan von MAM Baby kritisiert die gesellschaftliche Ablehnung: "Jede Person, die Stillen in der Öffentlichkeit unabhängig vom Alter des Kindes nicht akzeptiert, trägt dazu bei, dass Mütter in die gesellschaftliche Unsichtbarkeit gedrängt werden."

Mit dem Österreichischen Stillsiegel will MAM gemeinsam mit Betrieben öffentliche Orte schaffen, an denen Stillende willkommen sind. Mehr als 250 Unternehmen und Institutionen tragen das Zeichen mittlerweile.

{title && {title} } red, {title && {title} } 01.08.2026, 17:36