Coole Fernkälte

Riesen-Eiswürfel soll Wien durch Hitzesommer helfen

Wien Energie setzt auf neue Technik gegen Rekordhitze. Ein gigantischer Eisspeicher und digitale Systeme sollen die Fernkälte effizienter machen.
Wien Heute
01.08.2026, 06:48
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Die Sommer werden immer heißer – und damit steigt auch der Bedarf an Kühlung. Wien Energie rüstet deshalb bei der Fernkälte auf und setzt dabei auf ungewöhnliche Technologien. Mit dabei: der mutmaßlich größte Eiswürfel Wiens.

Eisblock am MedUni Campus

In der neuen Fernkältezentrale am MedUni Campus wurde im vergangenen Sommer erstmals ein sogenannter Eisspeicher in Betrieb genommen. Hinter dem spektakulären Namen steckt ein isolierter Behälter voller Wasser, das bei Bedarf zu einem riesigen Eisblock gefroren wird. Die gespeicherte Kälte hilft dabei, Verbrauchsspitzen an besonders heißen Tagen abzufangen und die Anlagen effizienter zu betreiben.

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"Digital Twin" für mehr Effizienz

Auch künstliche Intelligenz und Digitalisierung kommen zum Einsatz. Wien Energie testet derzeit gemeinsam mit einem Technologieunternehmen einen sogenannten "Digital Twin". Dabei handelt es sich um ein digitales Abbild des gesamten Fernkältenetzes, das laufend Echtzeitdaten auswertet. So können die Experten den Betrieb besser planen, Störungen schneller erkennen und die Anlagen noch effizienter steuern.

Ein weiterer Vorteil: Bei der Erzeugung von Fernkälte entsteht Abwärme, die nicht ungenutzt bleibt. Sie kann direkt zum Heizen verwendet oder in das Wiener Fernwärmenetz eingespeist werden. Das passiert bereits bei den Fernkältezentralen am Hauptbahnhof und im Gewerbepark Seestadt.

Hitze treibt Fernkälte-Bedarf in die Höhe

Dass der Ausbau notwendig ist, zeigen die jüngsten Hitzerekorde. Im Rekordsommer 2024 wurden in der Wiener Innenstadt mehr als 50 Tropennächte gezählt. Heuer wurde Ende Juni erstmals die 40-Grad-Marke in Wien geknackt. Erreicht die Temperatur 35 Grad, steigt der Bedarf an Fernkälte gegenüber einem Sommertag mit 25 Grad um rund 60 Prozent.

Für die Kühlung nutzt Wien Energie neben Ökostrom auch den Donaukanal. Bereits seit 2009 dient das Flusswasser in den Zentralen Spittelau, Schottenring und Stubenring als natürliche Kühlquelle. Im Winter reicht die niedrige Wassertemperatur zeitweise sogar aus, um die Anlagen ohne zusätzliche Kühlung zu betreiben.

Derzeit umfasst das Wiener Fernkältenetz 33 Kilometer und versorgt rund 300 Gebäude. Bis 2030 soll die Leistung von derzeit 250 auf 370 Megawatt ausgebaut werden.

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