Hitzewelle trifft Senioren

Selbst nachts über 27 Grad – Altbau wird zur Hitzefalle

Die aktuelle Hitzewelle macht viele Wiener Altbauwohnungen zur Belastungsprobe – besonders für armutsbetroffene Seniorinnen und Senioren.
Wien Heute
31.07.2026, 10:46
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Die Hitzewelle trifft besonders armutsbetroffene Pensionistinnen und Pensionisten mit voller Wucht. Neue Temperaturmessungen in Wiener Altbauwohnungen zeigen: In manchen Wohnungen wird es selbst nachts kaum kühler – und das kann für ältere Menschen zur ernsten Gesundheitsgefahr werden.

Gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur (BOKU) haben Greenpeace und die Volkshilfe seit Juni die Temperaturen in zwölf Wiener Wohnungen gemessen. Besonders alarmierend: Die Wohnung eines armutsbetroffenen Pensionisten mit nur 33 Quadratmetern heizte sich auf bis zu 30 Grad auf.

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Drinnen wärmer als draußen

Zwischen gestern Früh und heute Früh war es in allen zwölf Wohnungen mindestens sieben Stunden lang wärmer als draußen. In der betroffenen Einzimmerwohnung lag die Temperatur sogar fast 13 Stunden über der Außentemperatur. Sieben Wohnungen kühlten in der Nacht nie unter 27 Grad ab.

Greenpeace schlägt Alarm. Klima- und Energieexperte Marc Dengler sagt: "Die Hitzewelle hat erst kürzlich an Fahrt aufgenommen, doch schon jetzt glüht es in den Wohnungen wie in einem Backofen." Besonders ältere Menschen mit wenig Geld hätten oft keine Möglichkeit, ihre Wohnung ausreichend zu kühlen.

Hitze trifft Armutsbetroffene

Auch die Volkshilfe warnt vor den Folgen. Direktor Erich Fenninger erklärt: "Armutsbetroffene Menschen sind der Hitze stärker ausgesetzt." Viele lebten in schlecht sanierten Wohnungen ohne Sonnenschutz und könnten sich Jalousien, Kühlgeräte oder Ausflüge an kühlere Orte nicht leisten.

Die medizinischen Risiken seien erheblich. Umweltmedizinerin Daniela Haluza von der Medizinischen Universität Wien betont: "Hitze ist das tödlichste Wetterextrem in Österreich." Überhitzte Wohnungen erhöhten das Risiko für Kreislaufprobleme, Schwindel, Stürze und Verwirrtheit.

Forderungen an Regierung

Greenpeace und Volkshilfe fordern deshalb von der Bundesregierung unter anderem eine Sanierungsoffensive, mehr Begrünung in Wohnvierteln, Notfallpläne für Hitzewellen und einen besseren Hitzeschutz im Mietrecht. Laut einer Greenpeace-Berechnung starben allein während der letzten Hitzewelle im Juni rund 300 Menschen in Österreich an den Folgen der extremen Temperaturen.

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