Großer Deal in der heimischen Tech-Szene: Das Linzer KI-Start-up Emmi AI wird vom französischen Konzern Mistral übernommen. Bei dem Deal geht es angeblich um einen dreistelligen Millionenbetrag – und um einen neuen offiziellen Standort des internationalen KI-Players in Oberösterreich.
Gegründet wurde Emmi AI erst 2024 als Spin-off der Johannes Kepler Universität Linz. Hinter dem Unternehmen stehen KI-Forscher Johannes Brandstetter sowie Dennis Just und Miks Mikelsons. Schon im Vorjahr sorgte das Start-up mit einer Seed-Finanzierung von 15 Millionen Euro für Aufsehen – die größte Investition in ein österreichisches Jungunternehmen.
Das Besondere an Emmi AI: Das Team entwickelt KI-gestützte Physik-Simulationen für die Industrie. Prozesse aus Fluiddynamik, Festkörpermechanik oder Multiphysik, die bisher Tage dauerten, sollen plötzlich in wenigen Sekunden berechnet werden können.
Einfach erklärt: Statt zeitintensiv und um viel Geld Prototypen zu bauen, kann man künftige Maschinen und ihre Bauteile KI-gestützt im Computer testen. Für Industriebetriebe bedeutet das deutlich schnellere Entwicklungs- und Produktionszyklen.
Mit der Übernahme holt sich Mistral AI nun genau dieses Know-how. Das französische Unternehmen zählt zu den größten KI-Playern Europas und will mit Emmi AI seine Position im Industriebereich massiv ausbauen. Gleichzeitig soll Europas Unabhängigkeit von amerikanischen KI-Konzernen gestärkt werden.
An der JKU sieht man den Deal auch als Auszeichnung für die eigene Forschung. Rektor Stefan Koch betont: "Die Übernahme durch Mistral AI zeigt die Bedeutung und die internationale Relevanz unserer Forschung auf diesem Gebiet." Für Linz hat der Millionen-Deal noch eine weitere Folge: Die Stadt wird offizieller Mistral-Standort – neben Paris, London oder San Francisco.
Brandstetter übernimmt beim Konzern künftig die Rolle des "Vice President, AI for Science". Mehr als 35 Forscher und Ingenieure aus Linz wechseln ebenfalls zu Mistral AI. "Ich sehe darin eine Bestätigung und eine Chance für Linz und Österreich", sagt Brandstetter.
VP-Landeshauptmann Thomas Stelzer sieht darin ein starkes Signal für Oberösterreich: "Dass ein internationaler Top-Player wie Mistral im Bereich Künstliche Intelligenz auf Know-how aus Oberösterreich setzt und hier investiert, zeigt einmal mehr: Unser Bundesland hat sich bereits zu einem starken Standort für Zukunftstechnologien entwickelt."
Mit der Übernahme soll in Linz ein Labor im Bereich KI für die Industrietechnik entstehen. Dort will Mistral gemeinsam mit den heimischen Experten an Anwendungen für die Industrie arbeiten. Stelzer spricht von einer "Bestätigung für die hohe Qualität unserer Unternehmen, unserer Forschung und unserer Talente".