Die Lage in Oberösterreichs Wäldern spitzt sich zu: Wegen der anhaltenden Trockenheit breitet sich der Borkenkäfer derzeit stark aus. Vor allem im Innviertel und im Bergland beobachten Forstwirte die Entwicklung mit Sorge.
"Wir konnten heuer praktisch keine Winterfeuchte mitnehmen, dazu hat es auch im Frühling zu wenig geregnet", erklärt Landesforstdirektor Gottfried Diwold. Genau diese Bedingungen würden dem Schädling in die Hände spielen. Der Käfer liebt trockenes Wetter und kann sich dann besonders schnell vermehren.
Zusätzlich machen umgestürzte Bäume nach vergangenen Stürmen Probleme. In diesem sogenannten Bruchholz nistet sich der Borkenkäfer besonders gerne ein. Deshalb hoffen die Forstwirte jetzt auf anhaltenden Regen und kühlere Nächte - denn feuchte und kühle Bedingungen bremsen die Ausbreitung deutlich.
Das Landwirtschaftsministerium appelliert deshalb an Waldbesitzer, befallene Bäume rasch aus dem Wald zu entfernen. Solches Holz gilt als Schadholz und kann auch wirtschaftlich zum Problem werden. Denn wenn zu viel beschädigtes Holz gleichzeitig auf den Markt kommt, sinken die Preise.
Bereits im Vorjahr war rund ein Fünftel der geschlägerten Holzmenge Schadholz. Für viele Forstbetriebe bedeutete das empfindliche finanzielle Einbußen.