Österreich wird oft mit Austropop oder klassischer Musik verbunden, dabei bietet das Land musikalisch so viel mehr. Miriam Hie (47) erkundet in der neuen Dokumentation "RAPublik – Hip Hop Stories aus Österreich" (5. November, 22.10, ORF1) den österreichischen Hip-Hop mit wissenschaftlichem Hintergrund.
„Bei vielen ist der Begriff Hip-Hop gleich behaftet, mit Klischees und Stereotypen“Miriam Hieim Gespräch mit "Heute"
Auf Fragen wie: "Woher kommt diese Kulturbewegung und wie konnte sie so einen großen Einfluss haben?" oder "Wer darf eigentlich Hip-Hop machen" wird in der Dokumentation, die von RANfilm produziert wurde, eingegangen.
"Bei vielen ist der Begriff Hip-Hop gleich behaftet mit so Klischees und Stereotypen, aber der Ursprungsgedanke war für mich eben der Interessante", erzählt die Moderatorin ihre Beweggründe.
"Weil der Peak ist eigentlich fast schon wieder vorbei. Dabei ist die Musik in aller Munde und auch Leute, die nichts mit Hip-Hop zu tun haben, fühlen diese Kraft und diese Kraft kommt eigentlich von dieser Gruppe, die damals in der Bronx in den 70er Jahren sich zusammengetan haben und da diesen Gedanken hatten, etwas Kreatives erschaffen", so Hie.
"Das fand ich eigentlich so schön, dass man aus etwas Schlechtem etwas transformieren kann und daraus etwas Unglaubliches schaffen kann. Hip-Hop lebt von der Sprache und dem dazugehörigen Rhythmus", erzählt sie im "Heute"-Talk.
Es zieht sogar in die Universitäten ein: "Wie spannend das eigentlich ist, wie sich da der Hip-Hop an den Universitäten auch schon eingeschlichen hat". Kann man an verschiedenen Institutionen das Musikgenre studieren.
Obwohl die Musikart sich in mehreren Ländern großer Beliebtheit erfreut, legt Hie den Fokus auf Österreich: "In Österreich habe ich gezielt Menschen getroffen, die mit sich gehadert haben durch ihre Herkunft oder durch das Ausgegrenztwerden. Und das ist eben auch der Spirit von Hip-Hop", so die Schauspielerin. In der Doku kommen Künstler wie Kitana, Donna Savage, aber auch erfahrenen Musikprofis wie Brenk Sinatra vor.
„Ich fand die Arbeit am Schnittplatz zwar extrem schmerzhaft, aber auch am tollsten“Miriam Hieim Gespräch mit "Heute"
Bei dem Projekt war Hie auch hinter den Kulissen tätig. Die "Radio Superfly"-Moderatorin war für Buch und Regie verantwortlich. Gemeinsam mit Darko Vukovic, ebenfalls Moderator bei "Radio Superfly" und Schauspieler, hat sie Nächte am Schnittplatz verbracht, der Prozess zu entscheiden, was gezeigt wird und was nicht, war manchmal gar nicht so leicht: "Da sind viele, viele tolle Sachen erzählt worden und mein Herz hat geblutet, aber wenn du irgendwo eine Geschichte erzählen möchtest und das in 45 Minuten erzählen musst, dann wird es halt echt krass", erklärt Hie, "Ich fand die Arbeit am Schnittplatz zwar extrem schmerzhaft, aber auch am tollsten".
Miriam Hie ist als Schauspielerin, Moderatorin und Kabarettistin zu sehen, Musik ist und bleibt aber ihre große Leidenschaft.