Turn-Olympiasiegerin McKayla Maroney erhebt schwere Vorwürfe gegen den US-Turnverband. Der soll sich ihr Schweigen zu Missbrauchsfällen erkauft haben.
Immer mehr Opfer von Larry Nassar gehen nun an die Öffentlichkeit. Der Teamarzt des US-Verbands soll über Jahrzehnte hinweg Turnerinnen missbraucht haben. Darunter auch die Olympiasiegerin McKayla Maroney, die als 16-Jährige in London 2012 Mannschafts-Gold und Silber im Sprung holte.
Die nun 22-Jährige erhebt nun schwere Vorwürfe gegen das US-amerikanische Olympische Komitee und den Turnverband US Gymnastics. Maroney soll vor einem Jahr Schweigegeld erhalten haben. Nun brachte ihr Anwalt John Manley Klage ein.
"Das Kind hatte keine Wahl"
"Sie wollten das Thema systematisch unter den Teppich kehren", erklärte der Maroney-Anwalt die Klage gegenüber ESPN. Das Schweigen der Weltklasse-Turnerin soll dem US-Verband die Summe von 1,25 Millionen Dollar (rund eine Million Euro) wert gewesen sein. Beim Abschluss der Vereinbarung sei Maroney traumatisiert gewesen. "Das Kind hatte keine Wahl", sagte Maroney-Anwalt Manley.
Nassar, der zwischen 1996 und 2015 als Teamarzt des US-Verbands tätig war, wird vorgeworfen, mehr als 100 Sportlerinnen belästigt oder missbraucht zu haben. Anfang Dezember wurde der 54-Jährige wegen des Besitzes von kinderpornographischem Material zu 60 Jahren Haft verurteilt. Die Missbrauchsvorwürfe bestreitet der ehemalige Teamarzt kategorisch. (wem)