Erich von Däniken, der vielen als "Mister Ufo" ein Begriff war, ist am Samstag verstorben. Seine Tochter bestätigte den Tod des 90-Jährigen, wie "20 Minuten" berichtet. Auch mehrere Medien haben sich auf die Nachrichtenagentur Keystone/SDA berufen.
Geboren wurde Erich von Däniken am 14. April 1935 in Zofingen im Kanton Aargau. Berühmt wurde er vor allem durch seine Bücher zur Prähistorischen Astronautik – also der Theorie, dass Außerirdische bereits in grauer Vorzeit die Erde besucht haben. Seine Werke fanden bei vielen Leserinnen und Lesern großen Anklang.
Schon als Bub interessierte sich von Däniken für alte Kulturen, religiöse Schriften und ungelöste Rätsel der Vergangenheit. Er besuchte ein katholisches Internat und beschäftigte sich dort intensiv mit der Bibel. Dabei begann er, traditionelle religiöse Erklärungen zu hinterfragen. Nach der Schule arbeitete er im Hotelgewerbe und entwickelte nebenbei seine eigenen Theorien über den Ursprung der Menschheit.
International bekannt wurde er 1968 mit seinem Buch "Erinnerungen an die Zukunft". Darin stellte er die These auf, dass Außerirdische in der Urgeschichte die Erde besucht und frühe Kulturen beeinflusst haben. Das Buch wurde ein Welterfolg, in zahlreiche Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft. In den Folgejahren veröffentlichte von Däniken viele weitere Bücher, hielt weltweit Vorträge und wurde zur Schlüsselfigur der Prä-Astronautik. Er wurde als "Mister Ufo" bekannt.
Mit seinen Theorien konnte er aber nicht alle überzeugen – besonders von der Wissenschaft gab es viel Kritik. Seine Thesen wurden oft als zu spekulativ und wenig fundiert abgetan. Trotzdem prägte von Däniken die Popkultur und beeinflusste Filme, Serien und esoterische Bewegungen. Bis ins hohe Alter blieb er aktiv und zählt zu den erfolgreichsten Sachbuchautoren der Schweiz.
Neben seinen Büchern initiierte von Däniken auch den Mystery Park in Interlaken. Der Themenpark widmete sich den großen Rätseln der Menschheitsgeschichte. Ziel war es, die Ideen der Prä-Astronautik in einer erlebbaren Welt zu zeigen. 2003 wurde der Park eröffnet – mit mehreren Pavillons, die etwa die Pyramiden von Gizeh, die Nazca-Linien, Stonehenge oder die Maya-Kulturen thematisierten.
Die Besucher sollten nicht belehrt, sondern zum Nachdenken angeregt werden. Trotz viel Medienrummel blieb der wirtschaftliche Erfolg aber aus. Die Besucherzahlen waren enttäuschend, der Aufwand und die Kosten hoch. Das Konzept galt als zu schwierig für einen klassischen Freizeitpark. Schon 2006, nur drei Jahre nach der Eröffnung, musste der Mystery Park Konkurs anmelden und wurde geschlossen.
Das Gelände stand danach jahrelang fast leer oder wurde nur teilweise genutzt. Später entstand daraus der Jungfraupark, der als Event-Location diente und das Kinderparadies "Mysty Land" beherbergte. 2025 wurde der Jungfraupark verkauft. Die Käufer sind der Immobilienunternehmer Jürgen Wowra aus Augsburg und Mihai Alisie, ein Rumäne mit Wohnsitz in Zug, der als Mitgründer des "Bitcoin Magazine" und des Kryptoprogramms Ethereum bekannt ist, wie Tamedia-Zeitungen berichteten.