Nach den Problemen beim für 31 Millionen umgebauten Olympia-Eiskanal in Igls wächst der Druck auf die Verantwortlichen immer weiter. Wie "Heute" bereits berichtete, musste die Homologierung – also die offizielle Abnahme – nach nur neun Teststarts abgebrochen werden. Zwischen Kurve 13 und 14 traten gefährliche Unregelmäßigkeiten auf, die den Eiskanal derzeit unbefahrbar machen.
Nun reagiert auch die Politik mit deutlicher Kritik und fordert Konsequenzen. Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber erklärte gegenüber der "Tiroler Tageszeitung": "Angesichts der Errichtungskosten erwarte ich mir, dass ein einwandfreies Produkt abgeliefert wird. Sollte dem wider Erwarten nicht so sein, wäre das mit Konsequenzen für die Planer und die Verantwortlichen verbunden."
Olympiaworld-Geschäftsführer Matthias Schipflinger betonte: "Wir haben ein einwandfreies Produkt bestellt, das fordern wir ein. Die Mehrkosten für die Verzögerung und den Aufwand eines Umbaus sind vom Generalplaner zu tragen." Die Olympiaworld habe deshalb bereits einen Rechtsanwaltsbrief an das deutsche Planungsbüro geschickt.
Auch die Athleten schlagen Alarm: Rodel-Weltmeister Wolfgang Kindl sprach von "Gesundheit, die auf dem Spiel steht" zwischen Kurve 13 und 14. "Wir zählen zu den Besten in unserem Sport, wenn wir hier nicht sauber runterkommen, ist es unerfahreneren Rodlern definitiv nicht zumutbar", sagt der Olympia-Zweite.
Olympiasieger David Gleirscher ergänzte: "Wenn wir von unserer gewohnten Starthöhe fahren würden, wäre das schlichtweg zu gefährlich." Auch ÖRV-Cheftrainer Christian Eigentler übte Kritik daran, dass ausgerechnet jener Streckenabschnitt Probleme bereitet, vor dem bereits im Vorfeld gewarnt worden war. Der nächste Versuch zur Abnahme soll vom 14. bis zum 16. November stattfinden – die Zeit drängt, denn für Ende des Monats ist in Igls der Bob-Weltcup geplant.