Wer unter einem Dach lebt, teilt mehr als nur Badezimmer und Netflix-Zugang. Mitbewohner tauschen auch Mund- und Darmmikroben stärker untereinander aus als mit anderen Menschen.
Besonders bei Paaren ähneln sich die Bakterien im Mund stark. Das führen Forschende auf den Speichelaustausch beim Küssen zurück.
Wie spiegel.de berichtet, haben Wissenschafter der Universität Trient nun untersucht, woher die Mikroben in unserem Körper stammen.
Das Team analysierte Proben von 3800 Menschen aus 846 Haushalten weltweit. Bei Menschen im selben Haushalt stimmten durchschnittlich 12 Prozent der Mikrobenstämme im Darm und 26 Prozent im Mund überein. Bei Paaren waren es im Mund sogar 44 Prozent.
Im Vergleich dazu: Bei Menschen, die getrennt voneinander wohnen, waren es nur sechs Prozent im Darm und null Prozent im Mund.
Ob es sich um Geschwister, Eltern und Kinder oder WG-Mitbewohner handelt - das war laut Studie nicht entscheidend. Ausschlaggebend war allein das Zusammenleben unter einem Dach.
Die Erkenntnisse könnten künftig Mikrobiom-Behandlungen verbessern. Bei Stuhltransplantationen etwa werden Bakterien eines gesunden Spenders auf Patienten mit gestörter Darmflora übertragen. Diese könnten effektiver werden, wenn man die Eigenschaften identifiziert, die manche Mikroben übertragbarer machen.