Spiele-Test

Mit "WarioWare: Move It!" kommen Urlaubsgefühle auf

Eigentlich macht er ja auf einer tropischen Insel Urlaub, dennoch sorgt Wario im neuen "WarioWare: Move It!" für spaßiges Minispiel-Chaos.

Rene Findenig
Mit "WarioWare: Move It!" kommen Urlaubsgefühle auf
Dieses Mal fordert uns Wario auf, im neuen Spiel den ganzen Körper zu bewegen.
Nintendo

Einmal mehr bekommt Nintendo-Schurke Wario ein neues Game-Abenteuer, und einmal mehr ist es eine Minispiel-Sammlung. "WarioWare: Move It!" für die Nintendo Switch ist aber nicht der direkte Nachfolger des vor zwei Jahre erschienenen "WarioWare: Get It Together!", sondern verlangt bei den Mini-Games vollen Körpereinsatz, wie es einst "WarioWare: Smooth Moves" auf der Nintendo Wii tat. Deshalb auch gleich zu Beginn der Hinweis: Weil die Joy-Con geschwungen werden sollen, ist die Nutzung der Controller-Sicherheitsschlaufen Pflicht. Über 200 Minispiele hat das neue Game im Gepäck, doch hat die Masse auch Klasse? Das hat "Heute" im Test herausgefunden. In Sachen Handlung bleibt man wieder auf das Typische beschränkt: Es gibt eine witzige Handlung, die kann aber getrost ignoriert werden. 

Die Kurz-Zusammenfassung: Schurke Wario gewinnt eine Urlaubsreise auf eine tropische Insel und darf dorthin seine Schergen der "WarioWare, Inc." mitnehmen. Auf der idyllischen Pati-Pati-Insel hält aber bald das Chaos Einzug, denn die Schurken-Gruppe stößt nicht nur die Einheimischen vor den Kopf, sondern entdeckt auch die geheimnisvollen Haltungssteine und bekommt es deshalb mit antiken Wächtern zu tun. Nach diesem Prinzip ist auch wieder der Story-Modus des Spiels aufgebaut: Nach und nach schlüpft man in die Rolle der verschiedenen "WarioWare"-Figuren und erlebt mit ihnen kleine Geschichten, die allesamt recht spaßig sind, aber kaum in die Tiefe gehen. Auch die Balance ist etwas enttäuschend, denn manche Figuren werden einfach nur gestreift, statt ihnen eine nette Storyline zu verpassen.

Viel Abwechslung, Kreativität und Langzeit-Motivation

Allzu viel Umfang darf man sich im Story-Modus ebenfalls nicht erwarten, denn selbst wenn man alle Boni sammeln und nicht nur die Missionen erledigen will, ist man nur wenige Stunden beschäftigt. Eine positive Anmerkung gibt es aber für die Comic-Videosequenzen, die überraschend aufwendig und unterhaltsam umgesetzt wurden, das sah man in bisherigen "WarioWare"-Spielen noch nicht. Bei den Mini-Spielen herrscht in der Handlung bunte Abwechslung, deren Highlight die immer wieder eingestreuten Boss-Kämpfe sind. So gestalten sich die Stoty-Spielstunden spaßig und laden sogar dazu ein, das Abenteuer mehr als nur einmal zu erleben. Der Wiederspielwert ist jedenfalls gegeben und auch Neulinge werden gut ins Boot geholt, denn selbst nach dem Verlust der Spielleben darf man weitermachen.

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    Einmal mehr bekommt Nintendo-Schurke Wario ein neues Game-Abenteuer, und einmal mehr ist es eine Minispiel-Sammlung. "WarioWare: Move It!" für die Nintendo ...
    Einmal mehr bekommt Nintendo-Schurke Wario ein neues Game-Abenteuer, und einmal mehr ist es eine Minispiel-Sammlung. "WarioWare: Move It!" für die Nintendo ...
    Nintendo

    Das auf durchaus spaßige Weise, denn im Spiel wird eine Pose eingeblendet, die die Spieler dann mit den Joy-Con auch im echten Leben nachstellen sollen. Zudem gibt es für Anfänger und Profis mehrere Schwierigkeitsgrade, damit alle Interessierten auf ihren Geschmack kommen. Abwechslung wird im neuen "WarioWare" groß geschrieben – in jedem einzelnen Spiel geht es um eine andere Körperhaltung, mit der das Game gewonnen werden soll und kann. Und das ist abwechslungsreicher, als man es sich vorstellt. Die Joy-Con werden nämlich nicht nur gehalten und geschwungen, sondern auch ganz anders genutzt. So verlangen einige Minispiele, dass man die Joy-Con aneinander legt und dann in entgegengesetzte Richtungen dreht, andere wiederum, dass man die Joy-Con übereinander legt und gemeinsam nutzt.

    Super Mix als alten Bekannten und neuen Mini-Spielen

    Dabei gibt es sowohl klassische Mini-Spiele wie ein Schwert führen oder einen Bogen benutzen, als auch komplett verrückte, in denen man eine bestimmte Pose einnehmen soll, um als Zeichentrick-Figur am Bildschirm in einer riesigen Nase zu bohren. Während die meisten Mini-Spiele nur die simple Bewegung der Joy-Con voraussetzen, gibt es aber auch einige, bei denen man zusätzlich den einen oder anderen Button drücken muss. Ein- oder zweimal erwischte uns das Spiel dabei völlig kalt und wir mussten erst einmal nachdenken, was wir genau tun sollten. Ein herrlicher Spaß, der nicht so schnell alt wird und die Games machen auch beim zehnten Anlauf noch immer riesigen Spaß. Klasse ist zudem, dass "WarioWare" einen super Mix aus bekannten Serien-Games und ganz neuen Mini-Spielen mit frischen Ideen bietet.

    Einige unserer absoluten Favoriten in der Sammlung: Bei "Super Mario Bros. 3" muss man mit den Joy-Con wackeln, damit Waschbär-Mario sich im Spiel-Level per wackelndem Schweif in Sicherheit bringen kann. Im Spiel "Eisenbahn" wiederum wird man zu einer 3D-Lokomotive mit Wario-Gesicht und bewegt sich fort, indem man mit den Joy-Con Ruderbewegungen macht. Und bei "Finger-Scan" soll man mit den Fingern auf den Joy-Con Formen am Bildschirm nachziehen, um einen Safe zu öffnen. Genial: Jedes Spiel zockt sich nicht nur etwas anders, sondern bietet teils auch eine einzigartige Grafik. Während einige Games nur simpel mit 2D-Strichmännchen auskommen, versetzen uns andere in bunte 3D-Welten oder gar in ein Level absoluter Nintendo-Klassiker wie "Super Mario" oder "Pikmin". Da staunten wir ordentlich.

    Mit "WarioWare: Move It!" kommen Urlaubsgefühle auf

    Kleinere Kritik-Punkter hat "WarioWare: Move It!" dennoch, obwohl sie den Spielspaß nur minimal trüben. So wird manchmal die Bewegung der Joy-Con in den Mini-Games nicht sauber erfasst oder die Spiele sind nicht selbsterklärend. Beides macht in einem Spiel, in dem es primär um Spaß geht, aber recht wenig aus – vor allem, wenn man mit Freunden spielt, denn die stehen dann vor denselben Problemen und haben keinen Vorteil. Was uns zu den Modi abseits der Story bringt, von denen es einige gibt. Im Party-Modus dürfen bis zu vier Spieler gegeneinander antreten, im Modus "Spiegelgefährten" bedient ein Spieler die Joy-Con (und sieht nicht auf den Bildschirm), während ein zweiter (ohne Joy-Con) vorzeigt, wie der andere Spieler sich bewegen soll. "Wer spielt denn da?" lässt euch diesen Modus auch 2-vs.-2 zocken und "Kosmo-Wettlauf" ist eine Art "Mario Party" mit deutlich reduzierten Inhalten.

    Diese Liste lässt sich noch lange fortsetzen und hat auch für viele Geschmäcker etwas parat – beginnend von Spielen, bei denen es nur um Schnelligkeit und Geschicklichkeit geht bis hin zu jenen, in denen auch mit den anderen Party-Mitgliedern aktiv kommuniziert werden muss. Hat man die über 200 Spiele irgendwann intus, was wohl einige Dutzend Stunden dauern sollte, gibt es noch besonders herausfordernde Modi, bei denen man je Spiel nur einen Versuch hat oder die Spiele im superschnellen Tempo abgespult werden. Nach dem durchaus gutem "WarioWare: Get It Together!" ist "WarioWare: Move It!" eine willkommene Abwechslung, die die nächste Party zum Hit macht. Wer generell wenig mit Party-Spielen anfangen kann, ist auch bei Warios neuestem Game falsch, wer die bisherigen Titel mochte, wird es dagegen lieben.

    rfi
    Akt.