Nach der schweren Explosion in einem Pyrotechnik-Unternehmen in Winzendorf-Muthmannsdorf (Bezirk Wiener Neustadt) laufen nun Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Geprüft wird der Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung.
Wie Erich Habitzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, am Montag mitteilte, wurde ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Täter eingeleitet. Die genaue Ursache des Vorfalls soll nun geklärt werden.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei dürfte eine chemische Reaktion in einem Abfallbehälter im Labor des Unternehmens die Explosion ausgelöst haben. Welche Substanzen dabei miteinander reagierten, ist noch Gegenstand der Untersuchungen.
Ein Sachverständiger soll die Ursache der Explosion endgültig klären. Die Ermittlungen der Polizei direkt am Unglücksort sind mittlerweile abgeschlossen, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager gegenüber der APA.
Zu dem Zwischenfall war es am Donnerstag bei der Firma Astotec Pyrotechnic Solutions gekommen. Die Explosion hatte einen Großeinsatz der Feuerwehren ausgelöst.
Mehr als 100 Mitglieder von insgesamt 13 Feuerwehren rückten zu der Werkshalle aus. Insgesamt standen 28 Fahrzeuge im Einsatz. Die Einsatzkräfte bekämpften die Flammen sowohl von innen als auch von außen.
Der Brand konnte relativ rasch unter Kontrolle gebracht werden. Kurz vor 16.00 Uhr wurde schließlich "Brand aus" gemeldet.
Bei der Explosion wurde ein 45 Jahre alter Mitarbeiter schwer verletzt. Er musste nach der Erstversorgung mit einem Notarzthubschrauber in das Wiener AKH geflogen werden.
Unterdessen wurden auch Vorwürfe von Mitarbeitern bekannt, die einen früheren Zwischenfall im Werk betreffen. Laut ORF Niederösterreich ereignete sich bereits am 29. Juni ein Arbeitsunfall. Bei der Mischung eines technischen Satzes dürfte es damals ebenfalls zu einer chemischen Reaktion gekommen sein. Der ORF berief sich dabei auf die Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt.
Die genaue Ursache dieses früheren Vorfalls ist ebenfalls noch nicht bekannt. Das Unternehmen verwies gegenüber dem ORF auf das laufende Ermittlungsverfahren. Einen Fragenkatalog der APA, unter anderem zur Schadenshöhe und zur weiteren Zukunft des Betriebs, ließ Astotec Pyrotechnic Solutions unbeantwortet.