Nach der Explosion bei einer Pyrotechnik-Firma in Winzendorf (Bezirk Wiener Neustadt, NÖ) werden schwere Vorwürfe laut. Ein 45-jähriger Mitarbeiter wurde bei dem Unglück schwer verletzt und ins Wiener AKH geflogen. Am Freitag befand er sich laut Unternehmen nicht mehr in Lebensgefahr.
Auslöser dürfte eine chemische Reaktion in einem Abfallbehälter im Labor gewesen sein. Welche Substanzen miteinander reagierten, wird noch untersucht.
Zwei Mitarbeiter berichten im ORF von zahlreichen sicherheitsrelevanten Vorfällen und wollen aus Angst vor beruflichen Konsequenzen anonym bleiben.
"Es besteht für mich jeden Tag die Gefahr, die Firma nicht mehr lebend zu verlassen", sagt einer von ihnen im ORF. Laut internen Aufzeichnungen soll es im Schnitt alle 1,3 Tage zu einem sicherheitsrelevanten Vorfall kommen.
Das Arbeitsinspektorat erklärte, angezeigten Vorfällen aus der Vergangenheit jeweils nachgegangen zu sein. Die betreffenden Probleme seien vom Unternehmen gelöst worden.
Bereits am 29. Juni soll es bei der Mischung eines technischen Satzes zu einer chemischen Reaktion gekommen sein, so der ORF. In Behördenkreisen wurde der Verdacht geäußert, dass zwischen diesem Vorfall und der Explosion am Donnerstag ein Zusammenhang bestehen könnte.
Ein Mitarbeiter behauptet zudem, der Primärsprengstoff KDNBF sei trotz eines behördlichen Verbots weiter serienmäßig hergestellt worden. Diese Angaben wurden von den Behörden bisher nicht bestätigt.
Astotec wollte zu den Vorwürfen am Freitag nicht Stellung nehmen und verwies auf die laufenden Ermittlungen, es gilt die Unschuldsvermutung. Die Produktion im betroffenen Gebäude ist derzeit ausgesetzt. Die Untersuchungen sollen am Montag fortgesetzt werden.