Vollzeit arbeiten, brav Steuern zahlen und Sozialabgaben leisten – so lebt auch Victoria aus Niederösterreich. Ihr kommt allerdings vor, dass immer mehr Menschen in die "Schattenwirtschaft" wechseln. Diese Personen kassieren AMS-Geld und bessern sich nebenbei mit Pfuscharbeiten ihr Budget auf. Einen "richtigen" Job suchen die nicht.
"Es ist halt leider so, dass viele junge Leute überhaupt keine Motivation haben zu arbeiten. Die haben gesehen, wie wir Älteren schuften", und darauf hätten sie eben keine Lust sagt Victoria zu "Heute". Dabei sieht die Angestellte das Problem nicht nur bei den Jungen. Viel zu viele in allen Altersgruppen verdienen schwarz und zahlen nicht ins System ein, meint sie.
Die Niederösterreicherin (Name der Redaktion bekannt) merkt aber auch, dass sich reguläre Arbeit finanziell immer seltener ausreichend lohnt: "In vielen Bereichen ist der Lohn so schlecht, dass die Jungen darauf pfeifen und lieber von Sozialleistungen leben."
Victoria erzählt von einem konkreten Fall aus ihrem Umfeld. Der 21-Jährige arbeitet absichtlich nur sporadisch: "Immer wieder nur zwei oder drei Monate, danach bezieht er Arbeitslosengeld", sagt sie.
Vor allem eine Aussage des Pflichtschulabsolventen ist Victoria im Gedächtnis geblieben: "Glaubst du, ich bin so blöd und gehe arbeiten?"
Mit dem Frust auf Sozial-Missbrauch ist Victoria nicht allein. Auch andere "Heute"-Leser haben sich zuletzt mit ähnlichen Schilderungen gemeldet.
Wolfgang aus Wien-Simmering, selbst seit kurzem in Pension, erzählte etwa von einem Bekannten, der nach seinen Angaben Arbeitslosengeld bezogen und gleichzeitig schwarz gearbeitet habe. Der Mann habe ihm sogar gesagt, "dass er damit mehr verdient hat als davor."