42 Prozent Abgaben

Mittelstandsfamilie zahlt mehr Steuern als Super-Reiche

Laut einer Studie zahlt die österreichische Mittelstandsfamilie mehr Abgaben und Steuern als Millionäre. Experten raten zu einer Vermögenssteuer.

Lukas Leitner
Mittelstandsfamilie zahlt mehr Steuern als Super-Reiche
Die durchschnittliche Mittelstandsfamilie in Österreich zahlt weit mehr Abgaben und Steuern als ein Millionär. (Symbolbild)
Christian Ohde / ChromOrange / picturedesk.com

Mittelstandsfamilien zahlen in Österreich und in Deutschland mehr Steuern als "Super-Reiche". Das geht aus der Studie von der deutschen Entwicklungsorganisation Oxfam, dem Netzwerk Steuergerechtigkeit und dem gewerkschaftsnahe Momentum Institut hervor. Dabei zog man die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz zu einem Vergleich.

Wieso zahlt ein Millionär weniger?

Berechnet wurde dabei die effektive Besteuerung von durchschnittlichen Mittelstandsfamilien, Millionären und exemplarischen Milliardären - wie zum Beispiel Red-Bull-Erbe Mark Mateschitz. In den drei Ländern sollte es eigentlich progressive Steuersysteme geben, aber weil es in den letzten Jahrzehnten die Globalisierung wirkte und es viele Reformen gab, sieht das jetzt anders aus. "Die Systeme gerade bei den höchsten Einkommen versagen und eine Besteuerung entsprechend der Leistungsfähigkeit" ist nicht mehr gewährleistet, heißt es im Bericht.

Das zahlt der Österreicher

Dabei ist in einer Tabelle zu sehen, dass eine durchschnittliche Mittelstandsfamilie mit allen Steuern und Abgaben in Österreich auf eine effektive Steuerlast von 42 Prozent kommt. Multimillionäre würden im Vergleich nur 30 Prozent zahlen. Auch in Deutschland sind die Daten ähnlich. Die Schweiz ist dabei aber das Gegenteil, wo es doch eigentliche als ein "Steuer-Wunderland" gilt.

Dort hat der Multimillionär zwar nur eine Abgabe von 19 Prozent, aber immerhin ist diese höher als bei der Mittelstandsfamilie. Diese liegt im Nachbarland bei 15 Prozent. Klar ist dabei zu sehen, dass eine Mittelstandsfamilie in Österreich weit mehr zahlt als in der Schweiz, aber auch mehr als die einheimischen Topverdiener.

Hier die genauen Daten:

Was braucht es jetzt?

Der Bericht gibt aber auch konkrete Handlungsempfehlungen vor. Darunter befinden sich etwa eine Vermögenssteuer und eine Erbschafts- und Schenkungssteuer. Laut dem Bericht des "Momentum Instituts" sollen in den nächsten 30 Jahren rund 600 Milliarden Euro in Österreich vererbt werden. Auch die Einkommenssteuer bei Spitzeneinkommen sollte demnach erhöht werden.

Die Bilder des Tages

1/59
Gehe zur Galerie
    <strong>28.05.2024: "Zu viel Porno" – Ex wegen OnlyFans in Wien vor Gericht.</strong> Insta-Model Julia Schmid traf nun ihren ehemaligen Manager vor Gericht. <a data-li-document-ref="120038916" href="https://www.heute.at/s/zu-viel-porno-ex-wegen-onlyfans-in-wien-vor-gericht-120038916">Der Wiener hatte explizite Fotos von ihrem OnlyFans gelöscht und sie gestalkt.</a>
    28.05.2024: "Zu viel Porno" – Ex wegen OnlyFans in Wien vor Gericht. Insta-Model Julia Schmid traf nun ihren ehemaligen Manager vor Gericht. Der Wiener hatte explizite Fotos von ihrem OnlyFans gelöscht und sie gestalkt.
    Denise Auer

    Auf den Punkt gebracht

    • Eine Studie von Oxfam, dem Netzwerk Steuergerechtigkeit und dem Momentum Institut zeigt, dass in Österreich und Deutschland durchschnittliche Mittelstandsfamilien im Vergleich zu Superreichen einen höheren Steueranteil zahlen
    • Die Empfehlungen des Berichts beinhalten Maßnahmen wie Vermögenssteuern, Erbschafts- und Schenkungssteuern sowie eine Erhöhung der Einkommenssteuer für Spitzenverdiener
    LL
    Akt.