Michael Lindner, geschäftsführender Parteivorsitzender der SPÖ Oberösterreich, findet deutliche Worte und spricht angesichts der Kürzungen der Schulstart-Förderungen von einem "moralischen Tiefpunkt".
"Heute" hat bereits von den aktuellen Plänen des Sozialministeriums berichtet. Demnach sollen nun Schüler aus Familien, die Mindestsicherung oder Sozialhilfe beziehen, um ein Fünftel weniger Förderung für Schulmaterialien bekommen.
Konkret erhalten schulpflichtige Kinder aus einkommensschwachen Haushalten einen Gutschein. Diesen Gutschein können sie für Schulmaterialien einlösen. Letztes Jahr betrug dieser Gutschein 100 Euro, ab sofort durch die Kürzung also nur mehr 80 Euro.
Lindner (SP) kritisiert in einer aktuellen Aussendung diese Vorgehensweise scharf und appelliert an das "soziale Gewissen".
Er verurteilt die Kürzungen des Sozialministeriums, welche nun knapp 50.000 Schüler betreffe:
"Ausgerechnet bei ihnen (den Schülern; Anm. d. Red.) den Sparstift anzusetzen, um vergleichsweise marginale Summen einzusparen, kann ich mir nur durch totale Ignoranz über die Lebensverhältnisse der normalen Bevölkerung erklären." Er fordere eine Erhöhung der Förderungen und verweise auf die aktuelle drastische Lage, wonach in Oberösterreich mittlerweile jedes zehnte Kind armutsgefährdet sei, Tendenz steigend.