Beeindruckendes Bergpanorama, ein Wolf, der friedlich durch die Wälder streift, und ein Soundtrack, der uns auf die bayerische Dorfidylle einstimmt – mit beeindruckenden Naturaufnahmen beginnt "Der Garmisch-Krimi – Wolfsmord", der am 21. Februar TV-Premiere feiert. Der Film zeigt die bergige Grenzregion in ihrer rauen Schönheit und behandelt gesellschaftlich relevante Themen, die sowohl lokal als auch global bestehen.
In Garmisch sorgt der Wolf nicht nur in der Natur für Aufsehen, sondern auch in der Dorfgemeinschaft. Als ein junger Naturschützer und engagierter Wolfsbefürworter ermordet wird, kann Ex-Kommissarin Ira Zach (Lavinia Wilson) nicht länger tatenlos bleiben – vor allem, weil ihre Tochter als aktives Mitglied des Naturschutzbundes in Gefahr gerät. Gemeinsam mit ihrer jungen Nachfolgerin, der Österreicherin Daphne Meindl (Philine Schmölzer), nimmt sie die Ermittlungen auf.
Alles beginnt, als Daphne mit einem abgetrennten Wolfskopf im Kommissariat zu tun hat und diesen als eindeutige Morddrohung gegen Naturschützer einstuft. In der politisch angespannten Lage rund um das tierische Symbol, das die sonst so idyllische Region spaltet, wird schnell klar: Die Situation ist ernst. Wenig später wird die Leiche des Naturschützers gefunden, und Daphne steht vor einer Zerreißprobe zwischen Bauern, Aktivisten und Politikern.
Die junge Ermittlerin ist neu im Amt und stößt nicht nur im Kommissariat auf Widerstand. "Die Figur von Daphne hat mit der Betriebsblindheit ihrer männlichen Kollegen zu tun. Hinzu kommt, dass der Krimi die Dorfstrukturen widerspiegelt – man möchte eigentlich gar nicht gegen Leute ermitteln, die man privat kennt", erklärt Marcel Mohab im "Heute"-Gespräch.
Der österreichische Schauspieler spielt Corky, den besten Freund von Ira Zach, und nimmt damit nur eine kleine Rolle ein. Im Vordergrund steht vielmehr die weibliche Ermittlungsarbeit, die oft auf Widerstand stößt. "Die männlichen Charaktere im Krimi sind stark in die vorgegebenen Strukturen verliebt", ergänzt Mohab.
Unterstützung bekommt Daphne von ihrer Vorgängerin Ira Zach, gebürtige Garmischerin, die alle Seiten kennt und ein eigenes Ziel verfolgt: ihre Tochter zu schützen. Trotz ihrer Unterschiede arbeiten die beiden Frauen zusammen, um den Täter zu fassen. "Es sind die Frauen im Garmisch-Krimi, die etwas weiterbringen und den Fall lösen, während die Blockierer im bürokratischen Denken verharren", so Marcel Mohab alias Corky. Doch je näher die beiden der Lösung kommen, desto stärker rückt auch die eigene Familie in den Fokus der Ermittlungen.
Zur heiklen Thematik rund um Tierschützer und Landwirte, die der Krimi eindrücklich aufgreift, sagt der Schauspieler: "Wenn es um die Wolfsthematik geht, sehe ich mich nicht als Tierschützer. Ich stehe eher in der Mitte – ich verstehe beide Seiten und habe dazu keine abschließende Meinung. Ich müsste mich noch intensiver damit befassen" - ein Konflikt der wohl ambivalenter nicht sein könnte wird im Film zur existenziellen Bedrohung. Die Free-TV-Premiere ist am Samstag, 21. Februar, ab 20:15 Uhr auf ServusTV.