Die Kripo-Ermittler sind mittlerweile sicher: Die 87-jährige Bewohnerin der Seniorenresidenz in Wien-Döbling wurde am 19. Jänner zwischen 17 und 18 Uhr zuerst ins Gesicht geschlagen und dann erwürgt – rund 800 Euro fehlten im Safe der Frau, die zugedeckt auf einem blutigen Polster mit Verletzungen im Gesicht und einem Haarbüschel in der Hand am Folgetag entdeckt wurde. Dringend tatverdächtig: ein amtsbekannter "Seniorenschreck", der an besagtem Tag mit lila-weißen Kunstblumen und ohne ersichtlichen Grund vor Ort gesichtet wurde. Zehn Tage später schnappten WEGA-Beamte Yilmaz C. (61) in der Wohnung seiner Freundin in Wien-Penzing.
Nun kommt heraus: Der Türke ist seit 1990 in Österreich und ging seither nie einer geregelten Arbeit nach. Vielmehr hielt sich seit Jahren als Liebesschwindler über Wasser, saß dafür mehrfach im Häf’n, ist mittlerweile illegal im Land. Bereits einmal soll der gelernte Tischler bei einer Seniorin Süßholz geraspelt haben, er knöpfte der leichtgläubigen Dame in der besagten Luxus-Residenz in Wien-Döbling eine riesige Summe ab – und zwar 180.240 Euro.
Das betagte Opfer hatte für den Betrüger Hab und Gut verkauft, da er immer wieder mit neuen Ausreden Geld für seine kranke Mutter oder für Autoreparaturen benötigte. Am Ende hatte das Opfer selbst nichts mehr am Konto und konnte sich die Residenz nicht mehr leisten, musste ausziehen. Rasch nachdem C. im Sommer 2024 aus der Haft gekommen war, quälten den Arbeitslosen Spiel- und Justizschulden. "In ein paar Tagen habe ich das Geld", versicherte er seiner Freundin. Die Wienerin hat den Verdächtigen übrigens als "Arsch" im Handy eingespeichert.
Videoaufzeichnungen am Eingang des Altersheims halten eindeutig fest, dass ein Verdächtiger am 19. Jänner gegen Mittag das Altersheim betrat – mit einem billigen Strauß Kunstblumen in der Hand, wir berichteten. Beim Sichten der Bilder bewies ein Beamter einen guten Riecher: Ihm fiel sofort die "auffällige und verhältnismäßig große Nase" des Mannes auf, den er als den Betrüger C. identifizierte, gegen den er selbst im südlichen Niederösterreich gerade ermittelt – wegen eines weiteren Liebesbetrugs!
"Ich wollte mich nach all den Jahren der Frau entschuldigen, die ich betrogen habe und mit ihr einen Kaffee trinken", erklärte der 61-Jährige laut "Heute"-Infos wenig glaubwürdig bei der Polizei, verstrickte sich aber bald in Widersprüche. Offenbar hatte er einer Kellnerin im Heim-Café erklärt, auf seine Schwiegermutter zu warten. Beim Gehen wählte er den nicht überwachten Seitenausgang, die damals getragene Jacke und Schuhe will er bei der Caritas entsorgt haben. Dennoch behauptet der Mandant von Star-Anwältin Astrid Wagner und Ina-Christin Stiglitz: "Ich war das nicht. Ich habe damit nichts zu tun. Ich habe niemanden getötet." Die Unschuldsvermutung gilt.