Das zweite Mal in kurzer Zeit musste sich eine bekannte Wiener Zahnmedizinerin auf den Sitzplatz gegenüber einem Richter setzen. Der Rat musste bereits zum zweiten Mal einen alkoholgeschwängerten Angriff der Aggro-Ärztin "behandeln". Im Dezember 24 hatte sie auf einer Weihnachtsfeier ihrem Model-Ex-Freund mit einem Longdrinkglas das Gesicht entstellt – wir berichteten.
Nur eine Woche nach dem ersten Vollrausch-Prozess im vergangenen Oktober zuckte die Zahnärztin jetzt erneut aus: Diesmal hatte sie es auf einen Taxilenker abgesehen, den sie körperlich attackierte. An den Vorfall wollte sie sich am Dienstagmorgen nur lückenhaft erinnern, doch der Richter bohrte nach. "Alles wird genauso gewesen sein", gestand die durstige Doktorin.
Weil sie an jenem Abend zu betrunken war ("Also die Getränke kamen nur so…"), wurde sie vorzeitig von einem Bekannten in ein Taxi gesetzt. "Nach wenigen Hundert Metern Fahrzeit ließ sie mich vor ihrem geparkten Auto anhalten, stieg aus und behauptete Geld und Wohnungsschlüssel zu holen", so der Taxler im Zeugenstand.
Im Rückspiegel beobachtete er allerdings, wie sie zielstrebig den Motor startete und volltrunken wegfahren wollte. "Ich habe ihr den Schlüssel gedreht, weggenommen und sofort die Polizei gerufen", so der Türke. Daraufhin zuckte die Zahnärztin allerdings aus, prügelte auf den Taxler "im Gesicht und Brustbereich" ein, klappte ihm den Spiegel ein und verbog eine Leuchte. "Zum Glück musste nichts repariert werden", so der Zeuge. Seinen Fuhrlohn bekam er im Vorfeld der Verhandlung überwiesen.
"Es tut mir extrem leid, was passiert ist", erklärte die abermals von Anwältin Johanna Locher verteidigte Medizinerin im hautengen Kleid und versprach – hoch und heilig – jetzt wirklich nichts mehr trinken zu wollen. Auch diesmal beließ es der Richter mit einer (nicht rechtskräftigen) Diversion. Die Ärztin muss allerdings nachweisen, mindestens ein Jahr abstinent zu bleiben und weiterhin eine Therapie machen.