Vor wenigen Wochen war die Pratersauna noch ein Fixpunkt im Wiener Nachtleben: Techno-Beats, Drinks, Sommerstimmung am Pool. Doch jetzt wirkt die legendäre Location im Prater wie ein Ort, den man aufgegeben hat.
Das Regionalmagazin Zwischenbrücken veröffentlichte Fotos, die den Zustand dokumentieren – und der ist schockierend. Kaum zu glauben, dass hier bis vor Kurzem noch gefeiert wurde. Denn was man jetzt sieht, ist keine "Schließung" – es ist ein Bild von Verwüstung.
Der Außenpool ist nicht mehr Pool, sondern gleicht eher einer Müllhalde. Möbelstücke, Holzplatten und Teile des Inventars treiben im Wasser, am Rand liegen weitere Gegenstände verstreut. Besonders auffällig: Eine Palme liegt quer über dem Becken, als wäre sie umgerissen und hineingeworfen worden. Insgesamt erinnert alles an einen "Lost Place" mitten in Wien – nur dass diese Ruine erst vor wenigen Wochen noch ein Party-Hotspot war.
Doch es blieb offenbar nicht beim Chaos im Pool. Auf den Fotos sind auch massiv beschädigte Glasfronten zu sehen: Scheiben mit sternförmigen Einschlägen, große Fensterflächen zerstört, Glassplitter liegen am Boden. Der Eindruck ist eindeutig: Hier hat niemand "ein bisschen randaliert". Das wirkt wie ein gezielter Vandalismus auf die Location.
Auch drinnen setzt sich das Bild fort. Zu sehen sind aufgerissene Bodenbereiche, herausgerissene Teile, Materialreste und Schutt. Vom Club-Flair ist nicht mehr viel übrig.
Mittlerweile ist die Verwüstung auch ein Fall für die Polizei. Die Landespolizeidirektion Wien (LPD Wien) bestätigt gegenüber "Heute", dass bereits Anzeige erstattet wurde. Der Vorfall dürfte sich über mehrere Tage gezogen haben.
Die LPD Wien sagt wörtlich: "Bezüglich des genannten Sachverhalts wurde am 30.01.2026 Anzeige erstattet. Der Vorfall dürfte sich im Zeitraum zwischen dem 19.01.2026 und dem 29.01.2026 ereignet haben. Derzeit liegt noch kein Tatverdacht gegen eine bestimmte Person vor. Die Ermittlungen dahingehend sind noch am Laufen. Der entstandene Sachschaden wird derzeit auf einen sechsstelligen Betrag geschätzt."
"Heute" hat auch beim Sprecher von Martin Ho nachgefragt. Alexander Khaelss-Khaelssberg zeigt sich schockiert und will den Zustand nicht schönreden. Er sagt: "Wir sind entsetzt über den Zustand, den anarchistischen Zustand, können diesen aber nicht kommentieren."
„Wir sind entsetzt über den Zustand, den anarchistischen Zustand, können diesen aber nicht kommentieren.“Alexander Khaelss-KhaelssbergSprecher Martin Ho
Zugleich verweist er auf die Hintergründe rund um Pacht und Insolvenz. In seinem Statement heißt es unter anderem: "Die Prater Nostra GmbH befindet sich nach wie vor in einem Pachtverhältnis, hat die Flächen jedoch offiziell bis heute nicht retourniert und ist insolvent." Außerdem spricht er von einem "politischen Manöver" rund um die beteiligten Lager.
Der Zeitpunkt ist brisant: Erst vor Kurzem wurde öffentlich, dass die Pratersauna endgültig insolvent ist. Rund um die Location gab es zuletzt heftige Turbulenzen – Insolvenzverfahren, Streit um Pacht und Räumung sowie Berichte über offene Zahlungen.
Und nun folgt der nächste Schock: Verwüstung statt Neustart. Für viele in der Szene ist das ein bitteres Symbol – ein Kult-Club, der nicht nur wirtschaftlich zu Boden ging, sondern nun auch noch sichtbar zerstört wurde.