Österreich

Robert K.: "Sollte auch meine Mama erstechen"

166 Seiten schwer verdaulicher Stoff: Das neue Gutachten über Robert K. (16) gewährt tiefe Blicke in eine kranke Seele.
Heute Redaktion
13.09.2021, 17:58

Der Linzer Kinder- und Jugendpsychiater Werner Gerstl besuchte den Verdächtigen – es gilt die Unschuldsvermutung – dafür zwei Mal an jenem geheimen Ort, an dem er vor dem Prozess am Mittwoch untergebracht war.

"Innere Stimmen"

Der 16-Jährige beantwortete die Fragen detailliert.

Conclusio: Innere Stimmen hätten ihm den Auftrag zum Mord an Hadishat († 7) gegeben:

"Es ist mir gesagt worden und ich habe es getan", so Robert K. Auch, "dass ich meine Mutter erstechen sollte", verlangten die Stimmen. "Aber ich habe es nicht getan. Ich wollte nicht, ich konnte nicht."

Begonnen habe alles "so mit zehn, elf ", gibt Robert K. an. "Zuerst dachte ich, ich wäre etwas Besonders, ein Wunderkind, das Stimmen hören konnte. Dann habe ich das mal gegoogelt und es hat sich herausgestellt, das ist Schizophrenie." Folge: "Ich hatte Angst, wollte nicht zu Ärzten gehen und niemandem was von den Stimmen oder den Gestalten erzählen (...) dann habe ich angefangen, Tagebuch zu schreiben."

Bei einer Skiwoche sollen ihm die Stimmen auf einem Felsen gesagt haben: "Spring hier einfach runter. Da habe ich mir das Bein gebrochen, da waren die Stimmen nicht sehr nett zu mir."

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Eingebildete Freundin

Besser getroffen hat er es da schon mit seiner Herzensdame Antonia, schildert der Jugendliche: "Ich hatte eine Freundin, Antonia Weißenberg. Aber wie sich herausstellte, war sie nur eine Halluzination. Ich habe mich in sie verliebt, und sie war meine Freundin. Sie war auch in mich verliebt. Das ging uber viele Jahre.

Und dann hat vor drei bis vier Monaten der Polizist zu mir gesagt, dass es die Person gar nicht gibt. Ich war etwas schockiert, weil ich dachte, Antonia war real. Aber sie war nicht real."

Wieso der Polizist das gesagt habe, will Gerstl wissen. Antwort: "Weil er Untersuchungen angestellt hat." Antonias Aussehen? "Blond, rote Augen, wunderschön eigentlich. Es ist so ein goldenes blond, ihre Haare. Ich sehe sie manchmal immer noch", so Robert K. Und: "Ja, ich träumte vom Sex mit ihr …"

Ob es in der realen Welt, in der Schulklasse, mal ein Mädchen gegeben habe, hakt der Gutachter dann nach. "Nein, gab es nicht. Ich dachte, ich hätte Antonia als Freundin, deswegen gab es das nicht." Mit Antonia sprach er dafür "über fast alles". Auch den Mord. "Ja, das weiß sie alles."

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