Kurz vor der Krönung: Thomas Morgenstern hat bei der 59. Vierschanzen-Tournee nach drei Bewerben 27,3 Punkte Vorsprung. Das sind 15 Meter. Am Donnerstag kann der heimische Super-Adler nach WM-Gold, Olympia-Gold und Gesamtweltcup auch die Tournee gewinnen. Diese Meisterleistung gelang bisher nur drei Skispringern.
Matti Nykänen (Fin), Jens Weißflog (D) und Espen Bredesen (Nor): Zu diesem elitären Kreis von Flug-Ikonen könnte Morgenstern dazustoßen - als erster heimischer Skispringer.
Ich will eine Legende werden, sagte der Kärntner vor zwei Jahren. Jetzt steht er kurz davor! Aber Vorsicht: Auch 2008 kam Morgi als Führender zum letzten Tourneespringen, um dann böse abzustürzen - nur Platz 16.
Ich bin froh, dass ich jetzt eine zweite Chance bekomme, sagt der 20-fache Weltcupsieger vor der heutigen Quali. Jetzt bin ich ruhiger und gelassener.
Gegner (Simon Ammann) wie Trainer (Werner Schuster) sind sicher: Morgenstern schafft das. Das menschlich und sprungtechnisch gereifte Ex-Wunderkind will davon noch nichts wissen. Erst nach acht Sprüngen wird abgerechnet. Wenn ich es durchziehen kann, wäre ich sehr stolz. Sollte der Traum noch platzen, geht die Welt auch nicht unter.
Fix ist: Die ÖSV-Adler stehen vor einem historischen Sieg. Nach den Triumphen von Loitzl (2009) und Kofler (2010) ist der Tournee-Hattrick zum Greifen nah. Bisher gelang das nur den Norwegern.
Am Rande des Tourneefinales befürchtet das Skisprung-Lager eine neue Magerwelle der Athleten. Der Grund: Die neue Bindung bevorzugt Leichtgewichte. Coach Alex Pointner: Die Gefahr ist größer geworden.