Müll-Sammelmenge – Aufholbedarf bei Plastik

Die Österreicherinnen und Österreicher haben heuer die Sammelquoten für Papier, Metall und Glas erfüllt, bei Plastik gibt es aber noch Aufholbedarf.
Die Österreicherinnen und Österreicher haben heuer die Sammelquoten für Papier, Metall und Glas erfüllt, bei Plastik gibt es aber noch Aufholbedarf.Getty Images
Eine aktuelle Studie zeigt: Jeder Vierte will 2022 Abfall besser trennen. Für Papier, Glas und Metall wurden laut ARA die Sammelquoten erfüllt.

Die heimischen Haushalte haben heuer 1.082.300 Tonnen Verpackungen und Altpapier gesammelt und damit annähernd so viel wie im Jahr 2020. Pandemiebedingt lag die Sammelmenge von Glas mit 253.000 Tonnen um 1,8 Prozent unter dem Vorjahr, teilte die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) mit.

"Die großen Silvesterfeiern - sonst ein Garant für hohe Glassammelmengen - sind zum letzten Jahreswechsel ausgefallen und auch der ausgebliebene Wintertourismus hat sich auf die Sammelmengen bei Glas- und Metallverpackungen ausgewirkt", sagte ARA-Vorstand Christoph Scharff. Die Sammelmenge von Metall ist ebenfalls leicht um 1,2 Prozent auf 32.100 Tonnen zurückgegangen.

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Bei Papierverpackungen, Zeitungen und Zeitschriften gab es gegenüber 2020 ein leichtes Plus von 0,4 Prozent auf 616.500 Tonnen. Der Anteil der Zeitungen und Zeitschriften ist aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und des verstärkten Konsums digitaler Medien gesunken. Dafür sorgen Onlinehandel und Lieferdienstefür steigende Mengen an Karton und Wellpappe.

Der Bereich der Leichtverpackungen, der vorwiegend aus Kunststoffverpackungen besteht, blieb mit 180.700 Tonnen konstant (plus 0,1 Prozent). "Die Sammel- und Recyclingquote von Kunststoffverpackungen muss in den nächsten Jahren deutlich gesteigert werden", sagte Scharff. Denn während Österreich die Quoten für Papier, Metall und Glas schon erfüllt, gebe es bei Plastik noch Aufholbedarf.

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Umfrage: 45 Prozent der Österreicher wollen Plastik vermeiden

Laut einer Umfrage des Verbandes Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) stehe ein achtsamerer Umgang mit Abfall bei vielen Menschen hoch im Kurs. Die Jungen – die Gen Z – gelten als Recyclingmuffel. Das könnte sich ändern, denn für das kommende Jahr haben sich 30 Prozent aller 14- bis 29-Jährigen vorgenommen, Abfall und Wertstoffe besser zu trennen.

Im Detail sind laut VOEB-Umfrage allerdings vor allem Ältere um eine sorgfältige Entsorgung bemüht, zum Beispiel bei Problemstoffen: Während 41 Prozent der über 50-Jährigen alte Batterien ausschließlich zu Sammelstellen bringen wollen, bestätigen das nur 14 Prozent der unter 30-Jährigen.

"Nachhaltigkeit ist für alle ein Thema, allerdings gibt es deutliche Unterschiede innerhalb der Altersgruppen und zwischen den Geschlechtern. Besonders spannend: Entgegen allen Geschlechterstereotypen wollen sich Frauen eher für Upcycling und Reparaturen einsetzen als Männer", erläutert die VOEB Präsidentin Gabriele Jüly. Tatsächlich nehmen sich 29 Prozent der weiblichen, aber nur 19 Prozent der Männer vor, 2022 alte Gegenstände eher zu reparieren bzw. zu renovieren, anstatt neu zu kaufen.

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Fast die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher will laut Umfrage künftig Plastik bei Sackerl, Verpackungen und Flaschen vermeiden. Vor allem Frauen nehmen sich bei diesem Thema viel vor: 49 Prozent wollen ihren Plastikverbrauch im nächsten Jahr reduzieren. Aber nicht nur im Verpackungsbereich soll reduziert werden, 40 Prozent möchten der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagen, bei Frauen sind es sogar 44 Prozent, bei Männern 36 Prozent.

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