Mesut Özil war mit einem Rundumschlag aus der deutschen Nationalmannschaft zurückgetreten. Nun meldete sich sein ehemaliger DFB-Teamkollege Thomas Müller zu Wort. Der Bayern-Star kann die Özil-Vorwürfe nicht nachvollziehen.
"Von Rassismus in der Nationalmannschaft kann keine Rede sein", wies der 30-Jährige die Özil-Anschuldigungen am Rande des Trainingslagers der Bayern am Tegernsee zurück. "Wir müssen alle ein bisschen vor der eigenen Haustür kehren."
"heuchlerische Diskussion"
Stattdessen sieht der 28-Jährige Fehler auf allen Seiten. "Die Debatte wird von außen befeuert. Sicher haben die Protagonisten auch keine glückliche Rolle abgegeben. Egal ob auf Seiten des Verbandes oder die Spieler selbst."
Die Debatte sei "als heuchlerische Diskussion von den Medien mitgetragen." Müller warnt vor dem Auseinanderdividieren der Bevölkerung. Es sei alarmierend, "dass wir so ein Thema – auch beim Merkel-Seehofer-Zwist – genüsslich ausbreiten und uns dann wundern, dass die Gesellschaft gespalten ist und wir einen Scherbenhaufen haben."
Mesut Özil war im Zuge der Erdogan-Fotoaffäre nach der verpatzten WM-Endrunde mit einem verbalen Aufgriff auf den DFB aus dem deutschen Nationalteam zurückgetreten. (wem)