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"MultiVersus" – Batman und Shaggy im Prügel-Multiversum

Wenn Superman, Batman, Bugs Bunny, Shaggy, Tom und Jerry einander auf die Mütze geben, heißt das Game "MultiVersus". Vorschau auf die Prügel-Schlacht.
Rene Findenig
24.05.2022, 06:50

Warner Bros. könnte mit "MultiVersus" wirklich einen würdigen "Smash Bros."-Konkurrenten auf den Markt bringen. "Heute" durfte das Kampfspiel-Jump'n'Run, das noch 2022 kostenlos auf PlayStation 4, Xbox One, PlayStation 5, Xbox Series und PC erscheinen soll, schon einmal vorab anspielen. Und der Eindruck ist bereits ein mächtiger. Die Story? Vernachlässigbar! In der Warner-Videospielversion des Multiversums landen die bekanntesten Comic- und Zeichentrick-Helden von "DCs" Batman und Superman über "Shaggy" aus Scooby Doo oder Bugs Bunny aus Loony Tunes in der Kampf-Arena.

Im Zuge der Closed Alpha des Games durfte die Reaktion dabei schon einmal kräftig auf der PlayStation 5 austeilen. 15 Spielfiguren waren bereits verfügbar, einige wenige davon mussten allerdings erst freigeschaltet werden. Alles kein Problem, denn selbst nach Dutzenden Partien will man immer noch eine Kampfrunde drauflegen. Allerdings sind die beliebtesten Helden wie Superman gar nicht so leicht zu ergattern, denn dazu muss das Spiel schon halbwegs gemeistert werden, sprich: Man muss den Gold-Status durch sauber absolvierte Tutorials und gewonnene Kämpfe erreichen.

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Faire Figuren-Freischaltung und fesselndes Training

Dennoch scheint die Freischaltung zumindest aus aktueller Sicht fair zu verlaufen. Wer sich halbwegs gut schlägt, kann mit rund 15 Matches eine neue Figur freischalten. Die jeweiligen Tutorials sind dabei nicht nur Pflicht, um die Eigenheiten und Spezialangriffe der Charaktere zu erlernen, sondern machen auch mit kurzen und knackigen Lektionen jede Menge Spaß. Neben zwei Tutorials für Neulinge und Fortgeschrittene hatte die Preview-Version von "MultiVersus" zudem schon einen Übungsmodus als Art freien Kampf sowie verschiedene Online-Koop und -Versus-Modi. 

Gespielt werden kann mit bis zu vier Spielern fast nach Belieben:  Man kann mit einer oder zwei Figuren gegeneinander antreten, sich mit einem Partner gegen die KI oder gegen menschliche Gegner zu viert matchen oder aber auch einfach mit bis zu vier Spieler in einem Jeder-gegen-jeden-Match austoben. Spannend: Egal auf welcher Plattform man zockt, man darf per Crossplay übergreifend mit allen anderen Spielern kämpfen. Das Herzstück des Spiels liegt übrigens, das betonen auch die Entwickler immer wieder, im Modus 2-gegen-2, denn hier unterstützen sich die Spielfiguren dynamisch gegenseitig.

Ähnliche Spielregeln wie in "Smash Bros."

Im Kampf selbst wird man stark an den Nintendo-Konkurrenten "Smash Bros." erinnert, das beginnt schon beim Ziel der Runden: Der oder die Gegner sollen von der Kampfplattform beziehungsweise aus der Arena geboxt werden, quasi aus dem Bildschirmrand "fliegen". Gelingt das im 2-gegen-2 insgesamt vier Mal, ist eine Runde gewonnen, das Match endet nach zwei gewonnenen Runden. Während auch die "MultiVersus"-Charaktere jeweils über eigene Kampfmanöver, Spezialattacken und Gadgets verfügen, bringt das Game mit den Koop-Fähigkeiten aber im Vergleich zu "Smash" eine neue Komponente mit.

So gut wie jede Spielfigur kann eine andere Spielfigur mit ihren Fähigkeiten unterstützen und stärken. Tom mit der kleinen Mausbegleitung Jerry kann zum Beispiel Wonder Woman mit seiner Angel vor einem Absturz von einer Plattform bewahren, perfektes Timing vorausgesetzt. Wonder Woman wiederum darf Mitstreiter per Lasso der Wahrheit retten, kann aber auch Feinde per Peitschenhieb auf Abstand halten. Die Auswahl an Koop-Manövern, bei denen die Kämpfer miteinander agieren, ist gewaltig und sie machen riesigen Spaß, sogar beim Zusehen. Da dürfte "MultiVersus" ein echter E-Sport-Hit werden.

Vom Start weg gut ausbalancierte Spiel-Charaktere

Bei den Kämpfern selbst gibt es eine recht grobe Einteilung in Klassen, von denen fünf bereits zur Verfügung standen. Wie sehr sich Klassen statt Können in Matches durchsetzen können, bleibt fraglich, einen großen Vorteil einer Klasse konnten wir nicht entdecken. Tanks können beispielsweise etwas mehr Schaden auf der Gesundheitsleiste einstecken, Schläger etwas mehr Schaden anrichten und Attentäter recht flinke Manöver ausführen. Auch Magier und Unterstützer kommen zum Einsatz, wobei die Figuren beliebig kombiniert werden können. Die Balance scheint aber schon jetzt gut getroffen zu sein.

Wie auch beim Nintendo-Konkurrenten ist die Steuerung von "MultiVersus" recht einfach und animiert zum Button-Mashing, Erfolg hat man damit aber nur gegen Anfänger. Normale Attacken können entweder schnell ausgeteilt oder aufgeladen werden, außerdem darf man springen und ausweichen sowie eine Spezialattacke auslösen. Und auch das haben "MultiVersus" und "Smash Bros." gemeinsam: Je mehr ein Charakter Schaden nimmt, umso leichter kann er aus der Arena befördert werden, ohne sich wehren zu können. Schnelle Kombos gehen flott von der Hand, Timing will aber gelernt sein.

Eher detailarme Arenen, dafür aber mehr Überblick

Noch detaillierter als "Smash" versteht es das Game aber, besondere Aktionen noch besser hervorzuheben. Da wirbelt der Tasmanische Teufel Taz etwa als Tornado durch die Arena, Superman kann Flugeinlagen einlegen und Laserstrahlen aus den Augen verschießen und Batman mit seinem Greifhaken herumschwingen. Besonders nett anzusehen: Teilt man mit Tom Schläge aus, rennt Jerry vor ihm her und duckt sich unter seinen Attacken weg. An herzigen und spaßigen Animationen mangelt es "MultiVersus" nicht, an abwechslungsreichen Arenen doch noch. Highlights wie die Bat-Höhle sind aber dabei.

Auch "MultiVersus" bietet Anfängern einen leichten Einstieg, fordert aber Geduld, Timing und das Erlernen von Attacken, um am Ende als Sieger aus dem Kampf hervorzugehen. Trotzdem deckt das Spiel die Spannbreite vom Party-Prügler bis hin zum E-Sport-Game perfekt ab. Mit zusätzlichen freischaltbaren Vorteilen und immer wieder nachgelieferten, neuen Charakteren dürfte es außerdem über Wochen und Monate, vielleicht sogar Jahre in "MultiVersus" nicht langweilig werden. Dass das Game bei vier Spielern nicht allzu chaotisch ausfällt, hat indes mit den geringen Details der Arenen zu tun. 

Noch etwas Feinschliff der Macher ist notwendig

Apropos Arenen: Was uns noch fehlte, waren entdeckbare Geheimnisse und Spezialbedingungen in den verschiedenen Welten oder die Möglichkeit, Umgebungen auch mal beim Kampf zu zerstören. All diese Elemente bietet "MultiVersus" bisher nur in sehr geringen Dosen, die zumindest in der Vorschau-Version noch dazu gut versteckt waren. Kleinere Macken gibt es außerdem noch, die aber in dieser frühen Version nicht als großes Manko auffallen. So nehmen Figuren manchmal Schaden, obwohl man laut Animation knapp an ihnen vorbeigeschlagen hat, umgekehrt zählten sichtbare Treffer nicht. Wirklich Match-entscheidend war aber keiner der Kritikpunkte und sie sollten sich bis zum Release ohne Probleme ausbügeln lassen.

"MultiVersus" im Test: Shaggy macht in Wonder Womans Heimatwelt einen auf Son Goku. 
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Was noch kommen dürfte, bis das Game endgültig erscheint: Verschiedene Outfits für die Figuren, vermutlich ebenfalls freizuschalten. Von was wir jedenfalls jetzt schon mehr wollen: Einzelne Figuren wie Harley Quinn werden von ihren englischen Originalsprecherinnen und -sprechern vertont, in diesem Fall von Tara Strong. Die Internet-Verbindung des Spiels zeigte sich außerdem bereits wunderbar stabil. Bleiben die Entwickler konsequent bei der Sache, könnte das Prügel-Game rund um die ganz, ganz großen Comic- und Zeichentrick-Heldinnen und -Helden eindeutig ein starker Herausforderer für das bis heute unübertroffene "Smash Bros." werden. Dass viele Mechaniken und Ideen von "MultiVersus" übernommen wurden, ist nicht verwunderlich, schließlich sind sie seit Jahren das Erfolgsrezept des Kampfspiel-Jump'nRun-Champions.

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