Besonders betroffen war das Zillertal. Zwischen 17.50 und 18.45 Uhr wurden in Tux und Brandberg drei Murenabgänge gemeldet.
Im Bereich der Marchklamm ging eine Mure auf einer Breite von rund 20 Metern und mit einer Höhe von etwa fünf Metern auf die Schlegeisstraße nieder. Für einen Autofahrer gab es plötzlich kein Weiterkommen mehr: Er konnte mit seinem Wagen nicht mehr talauswärts fahren.
Der Mann ließ sein Fahrzeug zurück, ging zu Fuß zur Staumauer und fuhr von dort mit einem Bus ins Tal. Die Geröllmassen sollen am Freitag beseitigt werden.
Auch in Brandberg verlegte eine Mure die Straße im Bereich des Zillergrunds. Eine Person war dadurch zunächst eingeschlossen, konnte jedoch abgeholt werden. Die Feuerwehr Brandberg arbeitete während der Nacht an der Beseitigung der Geröllmassen.
Eine weitere, kleinere Mure ging bei der "Waldhütte" in Tux auf eine Gemeindestraße nieder. Dort konnte die Fahrbahn rasch gereinigt werden. Eine Sperre war nicht notwendig.
Die Gewitter brachten innerhalb kürzester Zeit enorme Regenmengen. In Kitzbühel wurden innerhalb einer Stunde knapp 30 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen, in Innsbruck mehr als 28 Liter.
In der Landeshauptstadt rückten die Einsatzkräfte unter anderem in der Innenstadt sowie in den Stadtteilen Reichenau und Olympisches Dorf wegen überfluteter Keller aus. Auch in Wattens und Kolsass drang Wasser in Keller ein.
In Kitzbühel trat im Bereich Gundhabing ein Bach über die Ufer. Die Wassermassen überspülten Teile der Bundesstraße und trafen mehrere Wohnhäuser sowie Gewerbe- und Industriebetriebe.
Die Feuerwehren mussten außerdem eine Unterführung auspumpen. Radwege in Richtung Reith und Aurach wurden wegen der Überflutungen gesperrt. Die Feuerwehr Reith bei Kitzbühel unterstützte die örtlichen Einsatzkräfte.
Wie heftig der Regen zeitweise ausfiel, zeigte sich auch bei der Lageerkundung: Ein geplanter Kontroll- und Übersichtsflug mit einem Polizeihubschrauber musste wegen der starken Niederschläge abgebrochen werden.
Großflächige Überschwemmungen oder flächendeckende Schäden blieben nach bisherigen Erkenntnissen jedoch aus. Bereits im Vorfeld hatte GeoSphere Austria für Teile Tirols eine orange Unwetterwarnung ausgegeben.