Muslime distanzieren sich von Attacke auf Synagoge

Die neue Synagoge in Graz.
Die neue Synagoge in Graz. Martin Siepmann / Westend61 / picturedesk.com
Nach einer Attacke auf die Synagoge in Graz, vergangene Woche kam es zu Vandalenakten, bezog nun auch die Islamische Glaubensgemeinschaft Stellung. 

Am vergangenen Dienstag wurde die Grazer Synagoge geschändet. Die Mauer wurde mit einer propalästeninensischen Parole beschmiert. In weiterer Folge des wohl antisemitisch motivierten Vandalenakts nahmen Ermittler die Suche nach dem Täter auf, kündigte die Politik Konsequenzen an. Mittlerweile konnte der Verdächtige von der Polizei ausgeforscht und festgenommen werden. 

Am Dienstag hat die Islamische Glaubensgemeinschaft Österreichs (IGGÖ) Stellung zu den jüngsten Vorfällen in der Steiermnark bezogen. Neben den Vandalenakten auf die Synagoge und ein Vereinsheim, wurde zuletzt auch der Präsident der Jüdischen Gemeinde in Graz, Elie Rosen, mit einem Baseballschläger attackiert. Er blieb unverletzt. 

"Entschlossen gegen Antisemitismus"

In der Aussendung bekundet die IGGÖ Solidarität mit der jüdischen Gemeinde. "Wir müssen entschlossen und vereint gegen jede Form von Antisemitismus vorgehen. Hass und Gewalt haben keinen Platz in unserer Gesellschaft", sagt IGGÖ-Präsident Ümit Vural. Am Wochenende hat er seine Anteilnahme auch Rosen persönlich übermittelt. 

Eine Assoziation zwischen ihren Mitgliedern und dem Täter allein auf Grund seines Glaubens lehnt die IGGÖ indes ab. Etwaigen antisemitischen Tendenzen in den eigenen Reihen müsse man sich dennoch nachdrücklich stellen und in aller Form bekämpfen, heißt es. "Die IGGÖ wird ihre diesbezüglichen Projekte und vor allem auch ihre Bemühungen im Interreligiösen Dialaog auch weiterhin ungebrochen vorantreiben", verspricht die IGGÖ.

Gleichzeitig kritisiert der IGGÖ-Präsident den Versuch der Instrumentalisierung der antisemitischen Angriffe durch politische VerantwortungsträgerInnen. So lehnt er die Rechtfertigung antisemitischer Taten durch den Nahostkonflikt ebenso vehement ab, wie den Versuch, Menschen muslimischen Glaubens sowie Flüchtlinge nun erneut pauschal als Feinbild in den Fokus zu rücken.

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