Mutationen breiten sich aus – Öffnung zu früh erfolgt?

In Kläranlagen- und Abwasserproben würden weiterhin relativ hohe Anteile der britischen Variante festgestellt (Symbolbild).
In Kläranlagen- und Abwasserproben würden weiterhin relativ hohe Anteile der britischen Variante festgestellt (Symbolbild).iStock
Beunruhigende Ansage von Virologe Andreas Bergthaler: Er hielt fest, dass die noch ansteckenden Virus-Mutationen in Österreich auf dem Vormarsch sind.

Die Mutationen breiten sich in Österreich weiter aus. Im Osten des Landes scheint die britische B.1.1.7.-Variante stärker verbreitet zu sein, im Westen, vor allem in Tirol wurde vermehrt die südafrikanische B1351-Variante nachgewiesen.

Der Gesamttrend zur Zunahme der neuen Varianten des SARS-CoV-2-Virus in Österreich hält also weiter an, sagte Andreas Bergthaler vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gegenüber der APA.  

Hohe Anteile in Kläranlagen- und Abwasserproben

In Kläranlagen- und Abwasserproben würden weiterhin relativ hohe Anteile der britischen Variante festgestellt, so der Forscher. Die Situation in Tirol sei laut Bergthaler zwar unübersichtlich, es sei aber klar, dass diese Variante dort ein Problem ist. Der Virologe rechnet mit weiteren Mutationen, da das SARS-CoV-2-Virus einer "kontinuierlichen und dynamischen" Veränderungsrate unterliegt.

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In einem Pflegeheim im oststeirischen Gleisdorf besteht nun der Verdacht, dass sich mehrere Mitarbeiter mit einer Mutation infiziert haben. Vier Proben wurden zur Sequenzierung nach Wien geschickt

Keine Argumente für Öffnung

Aus Bergthalers Sicht sind die Öffnungsschritte problematisch: "Wir haben insgesamt noch viel zu hohe Infektionszahlen." Ziel müsse weiterhin ein 7-Tagesinzidenzwert von unter 50 sein.

Aus epidemiologischer Sicht gebe es eigentlich keine Argumente für die jetzigen Öffnungen. Es ist natürlich klar, dass nach rund einem Jahr die Bevölkerung "müde und der Pandemie überdrüssig ist".

Durch die Lockerungsschritte werden die Zahlen wieder steigen. In wenigen Wochen müssten dann voraussichtlich wieder Maßnahmen-Ausweitungen angedacht werden, vermutet der Virologe.

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