Ohrfeigen, Fausthiebe – immer wieder soll eine 58-Jährige ihrer Tochter Gewalt angetan haben. Vor Gericht spricht die Angeklagte von einer "freundschaftlichen Beziehung" zwischen ihrer Tochter und ihr.
Bloß einmal habe sie sie geschubst, nachdem sie das Kind beim Rauchen erwischt habe, ab und zu habe sie mit ihr geschimpft. Sonst sei alles harmonisch verlaufen, bloß der Vater des Mädchens habe Gewalt ausgeübt.
Die Tochter zeichnet im Zeugenstand ein anderes Bild von der Situation: Regelmäßig habe die Angeklagte ihr Ohrfeigen erteilt, je älter sie wurde, desto häufiger wurden auch die Schläge – am Ende kam es sogar monatlich zu Übergriffen. Auch bei dem Vorfall mit der Zigarette soll die 58-Jährige auf ihre Tochter eingeschlagen haben.
Der Bruder des Opfers spricht ebenfalls von Gewalttaten innerhalb der Familie, wie "Vorarlberg online" berichtet. Die Mutter habe jedoch vor allem psychische Gewalt angewandt, der Vater sei aggressiv gewesen. Um die Kinder zu bestrafen, sollen die Eltern sogar Stöcke gesammelt haben. Für jede Bestrafung haben sie dann explizit nach Größe und Gewicht ausgewählt, welcher Stock verwendet wird.
Die Angeklagte wurde schließlich schuldig gesprochen. Das Gericht verhängt eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren. Außerdem muss die Angeklagte der Tochter ein Schmerzensgeld von 100 Euro bezahlen.
Erschwerend wirkten drei einschlägige Vorstrafen, lange Tatzeitraum, das Zusammenkommen eines Verbrechens mit einem Vergehen sowie die Wehrlosigkeit der Tochter.
Verteidigung und Anklage kündigten Berufung an. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.