Diese Bluttat auf dem Friedhof Baumgarten schockierte im Februar ganz Österreich. Nun steht die mutmaßliche Täterin vor Gericht: Eine erst 14-Jährige muss sich am Wiener Straflandesgericht wegen Mordes verantworten.
Alle Augen sind kurz nach 9 Uhr auf den Teenager gerichtet: Das Mädchen, bekleidet in einer schwarzen Bluse, spricht mit zittriger Stimme. Sie bekennt sich gleich schuldig.
Das Mädchen vor Gericht: "Ich habe ihr in Kopf und Hals gestochen. Ich wollte, dass sie schnell ausblutet." Die Angeklagte hatte damals den ganzen Tag lang den Drang, jemanden zu töten und suchte dann auf dem Friedhof nach einem Opfer, es gilt die Unschuldsvermutung.
Ohne Gefühlsregung spricht der Teenager: "Ich wollte, dass sie stirbt", deshalb habe sie keine Hilfe geholt. Dann sagt sie: "Dass ich jemanden umgebracht habe, fühlte sich neu und kräftig an."
Bereits eine Stunde vor der Tat im Februar schrieb sie einer Freundin auf Snapchat: "Ich machs!" Im Saal sitzt auch ihre Mutter und muss der unbegreiflichen Story ihrer Tochter lauschen.
Astrid Wagner, ihre Anwältin, führt aus: Das Mädchen habe schon zuvor nach Hilfe gerufen, die Tat sei unter Einfluss von Drogen passiert, sie habe zehn Xanax-Tabletten geschluckt. "Im Normalzustand hätte sie das nicht gemacht", so die Star-Anwältin.
Im Vorfeld wurden mehrere Anträge auf Ausschluss der Öffentlichkeit eingebracht, alle werden abgewiesen.
Die Vorgeschichte: Laut Ermittlungen soll die Jugendliche am 23. Februar eine 64-jährige Frau auf dem Friedhof Baumgarten attackiert haben. Das Opfer stand demnach an einem Grab, als die Angreiferin von hinten zugestochen haben soll.
Die Wienerin erlitt mehr als 80 Stich- und Schnittverletzungen, vor allem im Bereich von Hals und Kopf. Nach der Tat soll die Jugendliche ihr Opfer gefilmt und die Aufnahmen an mehrere Personen weitergeleitet haben.
Die Verdächtige wurde wenig später in jener Wohngemeinschaft festgenommen, in der sie seit November gelebt hatte. Ermittler stellten dabei auch ein Taschenmesser sicher, das als mutmaßliche Tatwaffe gilt.
Nach ihrer Festnahme legte die 14-Jährige vor Ermittlern des Landeskriminalamts ein Geständnis ab.
Die Staatsanwaltschaft geht von einer vorsätzlichen Tat aus. Ein psychiatrisches Gutachten attestiert der Jugendlichen eine instabile Persönlichkeitsstörung. Gleichzeitig soll ihr bewusst gewesen sein, dass ihr Handeln Unrecht war. Sie wurde deshalb als schuldfähig eingestuft.
Die Anklage lautet auf Mord. Für Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren sieht das Gesetz im Fall einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren vor.
Zusätzlich beantragte die Staatsanwaltschaft die Unterbringung in einem forensisch-therapeutischen Zentrum. Derzeit befindet sich die 14-Jährige bereits in einer solchen Einrichtung, der Justizanstalt Asten in Oberösterreich.
Ein Urteil wird noch heute am Nachmittag erwartet.