Stadt verteidigt Vorgehen

Mutter entsetzt: Kindergärtnerin kniet sich auf Bub (6)

Ein Video aus einem Zürcher Schulhaus sorgt für heftige Diskussionen. Die Mutter des Buben ist fassungslos.
Newsdesk Heute
13.02.2026, 11:55
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"Heute wurde mein Sohn von seiner Lehrerin gequält", berichtet die verzweifelte Mutter. Sie hat das Video über Bekannte erhalten. Es zeigt ihren sechsjährigen Sohn im Kindergarten. Zuerst hält ihn die Pädagogin an den Händen fest und stellt ihn auf, dann greift sie ihn an der Kapuze. Als der Bub zu Boden fällt, kniet sie sich auf ihn. Laut "20 Minuten" dauerte das mindestens 33 Sekunden.

Eine zweite Lehrerin kommt dazu, die beiden wechseln ein paar Worte, dann verlässt die Kollegin die Szene. Für die Mutter ist klar: "Das Vorgehen ist aus meiner Sicht eine massive Grenzüberschreitung." Sie wirft der Kindergärtnerin vor, "körperliche Gewalt gegen ein wehrloses Kind" angewendet zu haben. "Das ist pädagogisch in keiner Weise zu rechtfertigen."

Mutter: "Ich bin sehr enttäuscht"

Wie es zu dem Vorfall kam, schildert die Mutter so: "Zwei andere Buben haben meinen Sohn geärgert und mit Steinen beworfen – da hat er sich halt gewehrt und einen der anderen gestoßen." Die Vikarin, laut Mutter eine ehemalige Schulleiterin, habe das mitbekommen und sich den Sechsjährigen geschnappt. "Vielleicht hatte sie einen schlechten Tag, aber das ist kein Grund, ein Kind so zu behandeln", sagt die Mutter.

Nach dem Vorfall musste ihr Bub ins Spital, ist immer noch traumatisiert und bekommt psychologische Unterstützung. "Er hat das Vertrauen in die Kindergärtnerinnen völlig verloren und will nicht mehr zurück." Die Mutter lässt ihn seitdem zu Hause. Gespräche mit der Schule hätten, so sagt sie, nichts gebracht: "Den Verantwortlichen ging es nur um das Video – sie wollten eine Veröffentlichung unbedingt verhindern." Nach dem Befinden ihres Sohnes habe sich zunächst keiner erkundigt. "Ich bin sehr enttäuscht."

"Ziel war der Schutz aller Kinder"

Das Zürcher Schul- und Sportdepartement erklärt auf Nachfrage, dass es im Kindergarten im Zuge eines Streits "zu einer eskalierenden Situation" gekommen sei. "Nach fachlicher Einschätzung der anwesenden Lehrpersonen lag eine akute Selbst- und Fremdgefährdung vor", so ein Sprecher.

Wenn Worte nicht mehr reichen, können laut Sprecher weitergehende pädagogische Maßnahmen nötig sein, um alle Beteiligten zu schützen. "Ziel der Intervention war ausschließlich die Deeskalation und der Schutz aller Kinder."

Das Vorgehen sei von mehreren anwesenden Fachleuten in diesem Moment als angemessen beurteilt worden. Die Schulleitung stehe mit den Eltern des betroffenen Buben in Kontakt. Zum Video selbst äußert sich das Schul- und Sportdepartement aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 13.02.2026, 14:46, 13.02.2026, 11:55
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