Mutter treffen Teuerungen: "Kein Geld für Wintersachen"

Eine 24-jährige Mutter leidet stark unter den Teuerungen. Im Interview klagt sie: "Ich weiß nicht mehr weiter."
Eine 24-jährige Mutter leidet stark unter den Teuerungen. Im Interview klagt sie: "Ich weiß nicht mehr weiter."iStock, Symbolbild
Eine Mutter aus Oberösterreich zittert schon vor dem Winter. "Alles wird teurer. Ich habe kein Geld, um meiner Tochter Wintersachen zu kaufen."

Steigende Energiekosten und die Teuerungen bei Lebensmitteln machen Anna (Name geändert) besonders zu schaffen. Die größte Herausforderung für die Mutter einer zweijährigen Tochter: "Wir müssen uns öfter Geld ausborgen, um das Monat überbrücken zu können", erzählt die 24-Jährige im Gespräch mit "Heute".

"Ich kann für meine Tochter kein Sparbuch anlegen. Ihr Kinderzimmer steht auch komplett leer, weil ich kein Geld für Möbel habe. Wenn sie in der Krabbelgruppe ist, will sie nicht nach Hause, weil sie dort mehr Spielsachen hat."

Hohe Fixkosten, niedriges Gehalt

Anna arbeitet Teilzeit und verdient rund 1.100 Euro netto. Dazu kommen noch 430 Euro Kinderbetreuungsgeld. Nach Abzug der Fixkosten bleibt der Familie aber fast nichts übrig. "Die Miete macht 540 Euro aus. Der Strom 40 Euro. Eine Erhöhung haben wir noch nicht bekommen. Die Krabbelstube kostet 160 Euro, Hygienesachen für die Kleine machen etwa 60 Euro im Monat aus. Der Wocheneinkauf für Essen liegt auch schnell bei 100 Euro." Zusätzlich belasten die Oberösterreicherin rund 2.000 Euro an Krediten.

>>Im Video: Volkshilfe-Betreuerin Judith Ranftler über Teuerungen<<

Einmalzahlungen helfen ganz bedingt

Annas Mann ist erst vor Kurzem nach Österreich gekommen. Derzeit macht er einen Deutschkurs. "Auch den muss er selbst bezahlen." Was die 24-Jährige besonders hart trifft: "Ich kann für meine Tochter kein Sparbuch anlegen. Ihr Kinderzimmer steht auch komplett leer, weil ich kein Geld für Möbel habe. Wenn sie in der Krabbelgruppe ist, will sie nicht nach Hause, weil sie dort mehr Spielsachen hat."

"Der aktuelle Preisanstieg bei Nahrungsmitteln, Energie- und Mietkosten, wird diese Lage noch weiter verschärfen."

Die Einmalzahlungen helfen der Oberösterreicherin nur bedingt. "Jedes Monat ist teuer. Für Familien mit sehr niedrigem Einkommen ist das zu wenig. Es wäre besser, die Kinderbeihilfe oder die Löhne anzuheben. Da braucht es langfristige Lösungen." Noch hat Anna den 500-Euro-Bonus nicht erhalten. "Ich werde damit wahrscheinlich unseren kaputten Kühlschrank reparieren."

Seit September bekommt die junge Mutter Unterstützung von der Volkshilfe. Durch das Projekt Existenzsicherung bekommt die Familie zusätzlich 100 Euro im Monat. "Seit Mitte des Jahres sind die häufigsten Sorgen der Familien in unseren Beratungsgesprächen die Teuerung, die Deckung der Grundbedürfnisse und der Schulbeginn. 9 von 10 Familien geben die Unterstützung primär für das absolut Notwendigste aus, also Essen und Wohnen. Der aktuelle Preisanstieg bei Nahrungsmitteln, Energie- und Mietkosten, wird diese Lage noch weiter verschärfen", heißt es seitens der Volkshilfe, die einmal mehr eine Kindergrundsicherung fordert.

Hilfe für Betroffene

Volkshilfe Servicetelefon: 0800 4000 11

Volkshilfe Österreich: +43 (1) 402 62 09

Wohnschirm: +43 (0) 800 201 611

Volkshilfe SOMA-Markt Oberösterreich

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