Bürgerkrieg verschärft sich

Myanmar: Rebellen geraten zunehmend in Bedrängnis

In Myanmar verschafft die Zwangsrekrutierung dem Militär Vorteile, während die Rebellen an Boden verlieren und die humanitäre Lage sich verschlecht
Newsdesk Heute
10.06.2026, 11:56
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In den dicht bewaldeten Bergen Myanmars berichten vier junge Männer von ihrer unfreiwilligen Teilnahme am Bürgerkrieg. Sie wurden aus unterschiedlichen Gründen von der Armee zwangsrekrutiert – einer etwa, weil er keinen Ausweis bei sich hatte, ein anderer nach einer Karaoke-Nacht. Nach Monaten an der Front gelang ihnen die Flucht, doch sie wurden von einer Patrouille der Volksverteidigungskräfte (PDF) aufgegriffen.

Militär setzt auf Zwangsrekrutierung

Die jungen Männer, allesamt zwischen 19 und 25 Jahre alt, schildern, dass sie ohne jegliche Vorbereitung an die Front geschickt und zu Arbeiten gezwungen wurden, die reguläre Soldaten kaum verrichten mussten. Jetzt befinden sie sich im Lager der Rebellen und werden, wie sie sagen, wie Brüder behandelt. Ihre Identitäten hält man geheim, um ihre Familien zu schützen.

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Das Militär ist seit Einführung der Zwangsrekrutierung im Jahr 2024 in der Lage, seine Reihen mit neuen Rekruten zu füllen. In mehreren Regionen haben die Rebellen inzwischen an Boden verloren. Das Militär, das 2021 durch einen Putsch die Macht übernahm, konnte so wichtige Gebiete zurückerobern, obwohl es weiterhin weniger als die Hälfte des Landes kontrolliert.

Rebellen kämpfen mit Ressourcenmangel

Kommandanten der Volksverteidigungskräfte berichten von erheblichen Problemen, da ihnen sowohl Personal als auch Ausrüstung fehlen. Während die Armee durch Zwangsrekrutierungen ihre Truppen auffüllt, fehlt es den Rebellen an Waffen, Munition und Nachschub. Zusätzlich verschärfen gezielte Luftangriffe und Drohneneinsätze der Armee die Lage an den Fronten.

Myanmars Militärchef Min Aung Hlaing
REUTERS

Auch die von China vermittelten Waffenstillstände sowie die eingeschränkte Versorgung mit Waffen und Munition setzen den Widerstandskräften zu. Russland unterstützt die Junta laut Rebellenkommandanten zudem militärisch. Die technologische Überlegenheit des Militärs, insbesondere bei Drohnen und Luftwaffe, erschwert den Widerstand weiter.

Humanitäre Notlage verschärft sich

Die medizinische Versorgung ist schlecht: In provisorischen Feldlazaretten werden verwundete Kämpfer unter schwierigsten Bedingungen behandelt. Landminen fordern zahlreiche Opfer, darunter viele Kinder. Trotz schwerer Verletzungen betonen viele Rebellen ihre Entschlossenheit, weiterzukämpfen.

Auch das zivile Leben ist massiv betroffen. Familien werden auseinandergerissen, der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung ist eingeschränkt. Viele hoffen weiterhin auf ein Ende der Kämpfe und eine Rückkehr zur Demokratie und Stabilität. Ein junger Vater äußert seinen Wunsch, dass seine neugeborene Tochter eines Tages in einem freien Myanmar aufwachsen kann.

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