Der Start des Giro erfolgt am Freitag in Bulgariens Hauptstadt Sofia. Doch kurz vor der ersten großen Rundfahrt des Jahres melden mehrere Teams Krankheitsfälle unter ihren Radfahren. Und sie alle haben eines gemeinsam: Sie waren am vergangenen Sonntag beim Eintagesrennen Famenne Ardenne Classic in Belgien am Start.
Einige Teams berichteten jedenfalls seit Montag vermehrt auftretende Krankheitsfälle im Team. Die Symptome: Bauchkrämpfe, Fieber, Erbrechen, Durchfall. Besonders hart erwischte es das Team Lotto-Intermarche rund um den Giro-Kapitän Arnaud De Lie. Drei Fahrer des Radrennstalls mussten kurzzeitig sogar im Krankenhaus behandelt werden. De Lie hatte das Rennen am vergangenen Sonntag gewonnen, zunächst keine Symptome gehabt, bis ihm während des Fluges nach Bulgarien übel geworden war. Teamkollege Liam Sock, der sich im Krankenhaus behandeln ließ, musste seine Giro-Teilnahme kurzfristig absagen.
Neben Lotto-Intermarche sollen auch die Rennteams Alpecin, Flanders-Baloise und Roubaix-VanRysel betroffen sein, berichtet der belgische Sender "Sporza". "Die Hälfte des Pelotons liegt flach", sagte Radfahrer Maxime Bouet aus Frankreich.
Lotto-Intermarche hat für die rätselhafte Krankheit auch eine Ursache gefunden: Kuhfladen entlang der Strecke. Die Radrennfahrer sollen durch diese kontaminiert worden sein, durch das feuchte Wetter sollen Teile der Exkremente auf die Fahrer gespritzt sein. Dem Bericht zufolge soll es sich wohl um eine Magen-Darm-Erkrankung, die durch das Bakterium Campylobacter übertragen wird, handeln. Bestätigt ist dies aber noch nicht.
Lotto-Intermarche zittert derweil bereits um den Giro-Start. Bei der offiziellen Fahrer-Präsentation am Mittwoch hatten nur fünf der acht geplanten Radfahrer teilnehmen können.