"Ich muss lernen. Diese großen Turniere sind schon noch etwas Neues für mich. Es ist Druck da. Aber ich spüre, dass ich das will. Ich genieße es, auf dieser Bühne zu spielen", sagte Lilli Tagger nach ihrem Aus zu "Heute" im Medienzentrum in Rom.
Im Nieselregen vergab Österreichs Tennis-Hoffnung ihre zweite Chance beim Masters-Turnier. Die "Lucky Loserin" lag 7:5 gegen Maria Sakkari (Gr) vorn, hatte in Satz zwei Chancen auf das 3:0 - dann kippte das Match.
"Ein schwieriger Moment", sagte sie. Die 18-Jährige verlor am Ende deutlich mit 7:5, 3:6, 0:6 gegen die Ex-Nummer 3 der Tenniswelt.
Die fehleranfällige Vorhand machte Tagger und ihrer Trainerin Francesca Schiavone im "Foro Italico" Sorgen. Zu viele Fehler, zu wenig Druck - sie ließ viel zu selten ein dominantes Spiel zu. Bereits beim Quali-Aus am Vortag gegen die gleichaltrige Russin Kornejewa griff sich Schiavone bei Vorhand-Fehlern an die Stirn und machte eifrig Notizen.
"Heute" sah, wie Tagger nur drei Stunden nach der Niederlage bereits wieder am Platz trainierte. Gefeilt wurde an der Vorhand, die zum Teil weit im Out oder im Netz landete. Tagger übte und übte – ohne negative Emotion.
Schiavone spielte die Bälle an, ihr Co-Trainer Lorenzo Frigerio gab die Anweisungen, ein weiterer Betreuer beobachtete alles. Die Fehlerquote dürfte keinen gefreut haben, dafür ihre Einstellung.
Tagger probierte auch eine neue Schläger-Marke aus, spielte mit Babolat – damit kürte sich Schiavone 2010 zur Paris-Siegerin. "Wir haben andere Kilos bei der Bespannung der Saite getestet", meint sie darauf angesprochen.
Vor den French Open will Tagger noch in Straßburg spielen. Ein Instagram-Auftritt ist für sie noch kein Thema. "Nein, ich habe keine schlechten Erfahrungen gemacht. Ich wuchs anders auf. Mich interessiert das nicht."