Nächster Rückschlag für einen heimischen Traditionsbetrieb: Über das Vermögen der Helmut Sachers Kaffee GmbH ist am Landesgericht Wiener Neustadt ein Konkursverfahren eröffnet worden. Das teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mit.
Das Unternehmen zählt zu den bekanntesten Kaffeeröstereien Österreichs und ist auf die Röstung sowie den Handel mit Kaffee spezialisiert. Bereits 2017 musste die Firma einen Sanierungsantrag stellen. Damals wurde ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent erfüllt.
Warum das Unternehmen nun erneut in die Insolvenz gerutscht ist, ist derzeit noch offen. Laut AKV müssen die Ursachen erst im Zuge des Verfahrens überprüft werden. Auch zur Höhe der Verbindlichkeiten sowie zur Zahl der Gläubiger und Dienstnehmer liegen derzeit noch keine Angaben vor.
Ebenso ist noch unklar, wie es mit dem Unternehmen weitergeht. Bislang wurde kein Antrag auf Entschuldung eingebracht. Sollte das so bleiben, wird der Insolvenzverwalter das vorhandene Vermögen verwerten. Ob die Gläubiger am Ende eine Quote erhalten, kann derzeit noch nicht beurteilt werden.
Die Geschichte der Rösterei reicht bis ins Jahr 1929 zurück. Vor den Toren Wiens werden erlesene Arabica- und Robusta-Bohnen verarbeitet. Das Unternehmen bezeichnet sich als eine der renommiertesten und letzten Traditionsröstereien Österreichs.
Ab 2013 wurden laut Unternehmensangaben mehr als 1.000 Tonnen Kaffee pro Jahr geröstet. Zudem bezeichnete sich das Unternehmen als größte Bio-Rösterei Österreichs und erweiterte das Sortiment um Trinkschokoladen und Tee.
2022 folgte der nächste Meilenstein: Helmut Sachers wurde Europas erste CO2-neutrale Kaffeerösterei. Die Produktion wurde auf erneuerbare Energien umgestellt, ausgeliefert wurde mit einem Elektro-Fuhrpark.
Erst im Vorjahr eröffnete Helmut Sachers unter dem Motto "Coming home to Vienna" die erste eigene Coffee Lounge.