Lange wurde spekuliert, nun herrscht Klarheit: Der israelische Sender "KAN" hat gemeinsam mit dem Privatsender "Keshet 12" bestätigt, dass Israel auch 2027 beim Eurovision Song Contest in Bulgarien dabei sein wird. Gleichzeitig steht fest, dass der Vertreter erneut über die beliebte Castingshow "HaKokhav HaBa L'Eurovision" gesucht wird.
Die Teilnahme ist alles andere als selbstverständlich. Erst beim heurigen ESC in Wien sorgte Israel für heftige Debatten. Spanien, Irland, die Niederlande, Island und Slowenien verzichteten aus Protest gegen die Teilnahme Israels auf den Wettbewerb. Es war der größte koordinierte Boykott in der mehr als 70-jährigen Geschichte des Eurovision Song Contests.
Eine Entspannung zeichnet sich auch für 2027 bislang nicht ab. Im Gegenteil: Der flämische öffentlich-rechtliche Sender VRT, der turnusgemäß den belgischen Beitrag auswählen würde, erklärte bereits, eine Teilnahme unter den derzeitigen Bedingungen sei eher unwahrscheinlich.
Musikalisch setzt Israel dagegen auf Kontinuität. Wie schon in den vergangenen Jahren wird der Act über "HaKokhav HaBa" gesucht, während der eigentliche ESC-Song anschließend in einem eigenen Auswahlverfahren bestimmt wird. Dieses Modell erwies sich zuletzt als voller Erfolg: 2024 landete Eden Golan auf Platz fünf, 2025 holte Yuval Raphael Rang zwei und gewann sogar das Televoting. 2026 erreichte Noam Bettan mit "Michelle" ebenfalls den zweiten Platz.
Ob Israel im kommenden Jahr den letzten Schritt zum Sieg schafft oder die politischen Diskussionen den Wettbewerb erneut überschatten werden, dürfte eines der großen Themen auf dem Weg zum ESC 2027 werden.