Die friedliche ESC-Partystimmung wird in Wien von "Pro-Palästina"-Protesten überschattet. Der große Showdown ist für den Finaltag am Samstag (16.5.) geplant. Eine Großdemo führt ab 14 Uhr vom Christian-Broda-Platz über Mariahilfer-Straße und Schweglerstraße zum Ludo-Hartmann-Platz nahe der Wiener Stadthalle. Dort geht Samstag das ESC-Finale über die Bühne.
Die Polizei rüstet sich für einen Großeinsatz. "Die Vorbereitung geht weit über das Übliche hinaus", erklärte Vize-Polizeipräsident Dieter Csefan. Sechs Bundesländer schicken zusätzliche Polizeikräfte nach Wien.
Die Palästina-Szene mobilisiert, in ganz Wien hängen martialische Plakate. Eine blutige Hand, die ein Mikrofon hält, ist darauf zu sehen, darunter wird gegen Israel gehetzt. "Keine Bühne für Völkermord. Demonstration gegen die Teilnahme Israels am Songcontest", lautet die aufgeheizte Botschaft für die Demo. Aktivisten sollen rote Kleidung tragen – "als sichtbares Warnsignal gegen Völkermord", heißt es auf der Homepage. Israel solle vom ESC ausgeschlossen, das Land mit Sanktionen belegt werden.
"Mit internationalen Großveranstaltungen wie dem Eurovision Song Contest wird Israel eine Propaganda-Bühne geboten", schreiben die Aktivisten auf ihrer Seite. Was das alles mit dem friedlichen Lovesong "Michelle" von ESC-Teilnehmer Noam Bettan zu tun haben soll, wird nicht erklärt. Die Cobra schützt die Song-Contest-Delegationen. Aufgrund der Bedrohungslage kann sich der Sänger in Wien kaum frei bewegen, wird zusätzlich von eigenen Sicherheitskräften aus Israel geschützt.
"Wir erwarten Blockaden und Störaktionen am Finaltag", wurde Polizei-Einsatzleiterin Xenia Zauner bereits deutlich. Am Finaltag (16.5.) wird auf der Mariahilfer Straße auch gegen Antizionismus demonstriert.