Schon am Sonntag (10.5.) startet die Eurovision-Song-Contest-Woche in Wien – das Mega-Event ist eine Herausforderung für die Sicherheitskräfte. Pro Tag werden 500 Beamte die ESC-Events sichern. Vizepolizeipräsident Dieter Csefan kündigte Dienstag (5.5.) Platzverbote an. Auch mit Protesten wird gerechnet – vor allem aus der Pro-Palästina-Szene. Zentrales Thema ist die Sicherheit rund um die Veranstaltungsorte. Die Stadthalle wird zur Hochsicherheitszone, vergleichbar mit einem internationalen Flughafen.
Die Sicherheitskräfte haben aus dem zum Glück vereitelten Anschlagsplan auf die Taylor-Swift-Konzerte 2024 gelernt. Ein radikaler Islamist, der Prozess läuft gerade, plante damals ein Attentat auf die Konzerte des US-Superstars. Ein Vertrauter hatte sich bei einer Security-Firma im Stadion eingeschleust.
Beim Songcontest werden nun alle Mitarbeiter genau unter die Lupe genommen, Polizei und Staatsschutz nehmen auch die privaten Security-Mitarbeiter genau unter die Lupe. "Dafür müssen rund 16.000 Personen überprüft werden, die in irgendeiner Weise mit dem Song Contest in Verbindung stehen", so Csefan. "Es gab bereits Warnmeldungen." Diese wurden an den Veranstalter weitergegeben. Der Veranstalter müsse entscheiden, "ob er die betreffende Person weiterbeschäftigt oder nicht", erklärt Csefan – etwa wegen Vorstrafen oder politischer Aktivitäten. "Es ist etwas anderes, als bei Terrorverdacht." Sollte es Anzeichen einer Radikalisierung geben, werde die betroffene Person nicht eingesetzt.
Die Terrorwarnstufe bleibt weiterhin auf dem zweithöchsten Niveau. "Es gibt eine latente Gefahr für Anschläge, aber keine konkreten Hinweise", erklärt Csefan. Rund um die wichtigsten Veranstaltungsorte – Stadthalle, Rathausplatz und Prater – wird zudem eine Sicherheitszone eingerichtet. In einem Radius von 1,5 Kilometern gilt ein striktes Flugverbot für Drohnen, auch für kleine Geräte unter 250 Gramm.
Zudem gilt in der Stadthalle und am Rathausplatz bei ESC-Events eine strikte "No-Bag-Policy" – selbst kleine Taschen wie Bauch- oder Handtaschen sind verboten. Für den ESC 2026 wurde eine umfassende Sicherheitsstruktur aufgebaut. Neben dem regulären Polizeidienst sind auch Kriminaldienst, Staatsschutz, Spezialeinheiten wie WEGA und Drohnenabwehr im Einsatz. Die Cobra schützt die Delegationen. Exponierte Teilnehmerländer, wie Israel, bringen zusätzlich noch ihre eigene Security mit.
Rund um die Stadthalle werden täglich etwa 500 Sicherheitskräfte im Einsatz sein – sowohl uniformiert als auch in Zivil. Auch Beamte aus anderen Bundesländern helfen mit. Der Einsatzstab der Polizei ist rund um die Uhr besetzt. Nur Securitys, die überprüft wurden, dürfen auf den ESC-Events eingesetzt werden.