Gerade erst strafmündig und schon klickten die Handschellen: Ein 14-jähriger Wiener musste sich für mehrere Raubüberfälle vor Gericht verantworten. Die Taten soll er wenige Tage nach seinem Geburtstag vor dem Donauzentrum in Wien-Donaustadt begangen haben.
Demnach soll er vor einem Elfjährigen ein Springmesser gezückt und Bargeld gefordert haben, auch ein 15-Jähriger wurde von dem Burschen überfallen. Am Ende hatte der Teenie-Räuber eine Markenhaube und kleine Eurobeträge erbeutet.
"Die anderen hatten die Idee, Leute abzuziehen", rechtfertigte sich der Teenager vor Gericht. Wie die "Krone" berichtet, soll es sich bei den anderen um eine Gruppe Minderjähriger handeln. Diese nahmen in Begleitung ihrer Eltern als Zeugen an der Verhandlung teil – Strafen drohen ihnen keine.
Anders aber dem einzigen Volljährigen der Bande auf der Anklagebank, der seit dem 12. März in der Justizanstalt Münnichplatz in U-Haft sitzt. Er habe damals bei den Raubüberfällen mitgemacht, um cool dazustehen.
Seine Beute habe er in einen Kaiserschmarren im Donauzentrum investiert, so der Angeklagte, dessen 13-jähriger Bekannte während der Verhandlung grinste. Nicht zum Lachen zumute ist einem der Opfer.
Der 15-Jährige erzählt, dass er sich "zwei bis drei Tage nicht rausgetraut" habe und nicht schlafen konnte. Der Geschädigte werde noch immer von Freunden nach Hause begleitet, da er sich so sicherer fühlt.
Am Ende setzte es für den 14-Jährigen 16 Monate teilbedingt. Den einen unbedingten Monat hinter Gittern hatte er bereits abgesessen. Deswegen durfte der Bursch mit einer Therapieweisung und Bewährungshilfe nach Hause gehen – rechtskräftig ist das Urteil aber noch nicht.