Sie brachte Millionen zum Lachen – doch jetzt schlägt Gaby Köster ernste Töne an. Nach ihrem Schlaganfall kämpft die Comedy-Legende nicht nur mit den Folgen ihrer Erkrankung, sondern auch mit dem deutschen Pflegesystem. Ihre Kritik an Politik und Krankenkassen fällt deutlich aus.
Seit ihrem Schlaganfall im Jahr 2008 hat sich das Leben der 64-Jährigen komplett verändert. Die einstige TV-Ikone, die unter anderem bei "7 Tage – 7 Köpfe" zu den bekanntesten Gesichtern der deutschen Comedy gehörte, sitzt heute im Rollstuhl und ist auf Unterstützung angewiesen.
Doch genau diese Unterstützung sorgt bei ihr für Frust.
Köster hat nach eigenen Angaben aktuell Pflegestufe zwei. Für sie ist das nicht ausreichend. Als sie eine höhere Einstufung beantragt habe, habe sie eine Antwort bekommen, die sie nicht nachvollziehen könne.
"Ich brauche eine höhere, heißt es, ich sei nicht dement genug und der Schlaganfall auch schon lange her", erzählt die Komikerin.
Besonders enttäuscht zeigt sich Köster von der Politik. Nach Jahrzehnten im Berufsleben fühlt sie sich vom Staat im Stich gelassen.
"Ich habe in meinem Leben ich weiß nicht wie viel an Steuern bezahlt. Und so kann man nicht mit Menschen umgehen", sagt sie.
Ihre Forderung: Politiker sollten sich selbst ein Bild vom Alltag in der Pflege machen. "Alle Politiker sollten mal eine Schicht von den Pflegekräften machen", fordert die 64-Jährige.
Denn Lob allein reiche nicht aus. Pflegekräfte würden zwar regelmäßig für ihre Arbeit gefeiert, könnten davon aber nicht leben. "Da können die weder Miete von zahlen noch sich ernähren oder ihre Kinder anständig beaufsichtigen", kritisiert Köster.
Gerade die Menschen, die sich um ältere und kranke Menschen kümmern, würden ihrer Meinung nach zu wenig wertgeschätzt – nicht nur mit Worten, sondern auch finanziell.
Köster macht deutlich: Pflege sei keine Nebensache, sondern eine der wichtigsten Aufgaben einer Gesellschaft.
"Wie diese Menschen, die lange hart für das Land gearbeitet haben, jetzt behandelt werden, das geht nicht", sagt die Comedy-Ikone.
Nach ihrem eigenen Schicksal hat Gaby Köster einen anderen Blick auf das Thema Pflege bekommen. Sie erlebt täglich, wie wichtig Unterstützung ist – und wie schnell Menschen darauf angewiesen sein können.
Ihre Botschaft ist klar: Krankheit und Pflegebedürftigkeit können jeden treffen.
Und genau deshalb müsse sich auch die Politik stärker mit der Realität der Betroffenen beschäftigen.