Am Wochenende startet der Frühling auch astronomisch, zunächst eher noch unterkühlt. Doch in der neuen Woche startet er dann so richtig durch, mit viel Sonnenschein wird die 20-Grad-Marke ins Visier genommen. Niederschlag ist jedoch weiterhin nicht in Sicht, die landesweite Trockenheit verschärft sich. Der Saharastaub dieser Tage beschleunigt zudem die Schneeschmelze im Gebirge.
Am Sonntag um exakt 16:32 Uhr ist astronomischer Frühlingsbeginn, knapp drei Wochen nachdem die Meteorologen den Lenz bereits eingeläutet haben. Zwar bringt das Wochenende einiges an Sonnenschein, besonders der Sonntag hat einen strahlend blauen Himmel zu bieten. "Wir liegen aber an der Südseite eines Hochs mit Zentrum über Nordosteuropa und mit der daraus resultierenden Ostströmung erreichen uns relativ kühle Luftmassen", prognostiziert Konstantin Brandes, Meteorologe bei der österreichischen Unwetterzentrale. "In der Osthälfte kommen die Temperaturen am Wochenende nicht über 6 bis 10 Grad hinaus, milder mit 10 bis 15 Grad wird es von Vorarlberg bis Salzburg."
In der kommenden Woche setzt sich das stabile Hochdruckwetter fort, die kühle Ostströmung schwächt sich dabei allmählich ab. Mit strahlendem Sonnenschein zeigt der Trend bei den Temperaturen somit wieder nach oben. Am Montag und Dienstag sind im Westen schon 15 bis 17 Grad möglich, auch sonst werden es meist 10 bis 14 Grad. Am Mittwoch wird die 15-Grad-Marke verbreitet geknackt, am Donnerstag dürfte es dann an der leicht föhnigen Alpennordseite sogar den ersten 20er in Österreich seit dem 17. Februar geben. Auch die nachfolgenden Tage haben aus heutiger Sicht viel Sonnenschein und Tageshöchstwerte um 20 Grad zu bieten.
Abgesehen von einzelnen, aber nur kurzen und unergiebigen Schauern am Samstag durch ein kleinräumiges Höhentief ist weit und breit kein Niederschlag in Sicht. "Das kräftige Hoch hält auch kommende Woche alle Fronten vom Alpenraum fern, die markante Trockenheit verschärft sich somit weiter", sagt Brandes. "Schon bis dato waren Regen und Schnee im März absolute Mangelware, verbreitet beträgt das Defizit 90 bis 100 Prozent." Einzig vom Flachgau bis zur Eisenwurzen brachte die Kaltfront vom Mittwoch dieser Woche etwas mehr Regen, rund 75 Prozent fehlen aber selbst hier auf eine ausgeglichene Bilanz.
Alle Landeshauptstädte bis auf Wien steuern somit derzeit auf den trockensten März ihrer jeweiligen Messgeschichte zu, nach derzeitigem Stand dürfte das auch so bleiben.
Neben einem milchigen Himmel, farbenfrohen Sonnenauf- und untergängen sowie Staubablagerungen beispielsweise auf Autos hat der Saharastaub dieser Woche demnächst noch eine weitere meteorologische Besonderheit zu bieten. Der Staub hat sich auch großflächig auf den schneebedeckten Bergen abgelagert, die Landschaft im Hochgebirge erscheint derzeit mehr rötlich-braun als weiß. Mit den hohen Temperaturen der kommenden Woche wird sich die ohnehin einsetzende Schneeschmelze daher deutlich beschleunigen. Die Erklärung: Durch die Staubschicht auf Schnee und Eis und der daher dunkleren Oberfläche verringert sich das Rückstrahlvermögen der Oberfläche. Die einfallende Sonnenstrahlung wird also eher absorbiert als reflektiert. Folglich erwärmen sich Schnee und Eis rascher und schmelzen schneller.