Knapp drei Wochen nach dem Brand in der Lobau ist das gesamte Ausmaß der Schäden weiterhin unklar. Rund um die Eßlinger Furt werden die betroffenen Flächen noch untersucht. Entlang von Rad- und Spazierwegen mussten mittlerweile einzelne Bäume aus Sicherheitsgründen gefällt werden, wie der "ORF" berichtet.
Der Brand war am 4. August ausgebrochen ("Heute" berichtete). Seither läuft die Bestandsaufnahme, bei der auch Drohnen zum Einsatz kommen. Zunächst wurde vor allem die Größe der betroffenen Fläche ermittelt. Nach bisherigem Stand wurden 18 Hektar durch Feuer und Hitze nachhaltig beschädigt.
Nun rücken auch die betroffenen Bäume stärker in den Fokus. "Wir haben uns einen ersten Überblick verschafft über die gefährlichen Bäume, die aufgrund des Brandes in Mitleidenschaft gezogen sind bzw. abgestorben sind und dadurch auch ein Risiko entlang zum Beispiel des Radweges dargestellt haben", so Günther Annerl, stellvertretender Leiter des Forst- und Landwirtschaftsbetriebs der Stadt Wien gegenüber des "ORF".
Nicht jeder Baum, der nach dem Feuer schwer beschädigt oder abgestorben wirkt, ist tatsächlich verloren. Wie viele sich erholen können, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen.
"Wir werden uns anschauen müssen, welche Bäume letztendlich wie stark davon betroffen sind", so Annerl im Interview mit "Wien heute". "Und wir werden dann alle spätestens im kommenden Frühjahr sehen, welche Bäume wieder zum Austreiben beginnen."
Noch schwieriger einzuschätzen sind die Schäden unter der Oberfläche. Wie tief die Hitze in den Boden eingedrungen ist und welche Folgen das langfristig für die Natur hat, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen.
Großflächige Eingriffe sind vorerst nicht das Ziel. Stattdessen soll sich das betroffene Gebiet möglichst aus eigener Kraft erholen.
"Unser Ziel ist es im Wesentlichen, der Natur den Raum zu geben, sie sich wieder selbst zu regenerieren", erklärte Annerl. Dabei spielt auch das Wetter eine entscheidende Rolle: "Wenn der notwendige Regen dafür kommt, dann wird man wahrscheinlich auch die ersten Ergebnisse bald einmal sehen." Erste Pflanzen treiben auf der Brandfläche bereits wieder aus.
Die Entwicklung des Gebiets wird dennoch weiter genau beobachtet. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf invasiven Arten wie Goldrute und Götterbaum. Diese könnten sich auf den geschädigten Flächen ausbreiten und heimische Pflanzen verdrängen.
Hier müsse man hinterher sein, "damit die hier nicht dominant werden und den heimischen Pflanzen entsprechend auch Raum lassen", betonte Annerl.