Die Schokoladenfabrik Hauswirth in Kittsee hat einen schwierigen Neustart geschafft. Ende 2024 rutschte der Traditionsbetrieb in die Insolvenz (10,5 Millionen Euro Schulden), im März 2025 folgte die Übernahme durch eine Firma aus Bruck an der Leitha. Jetzt zeigt sich: Der Betrieb konnte wieder stabilisiert werden.
Für das heurige Osterfest läuft die Produktion auf Hochtouren. Insgesamt 2,5 Millionen Schokohasen wurden in Kittsee hergestellt und verpackt, das berichtet der ORF. Saisonware bleibt damit ein zentraler Teil des Geschäfts.
"Wir haben das Unternehmen aus einer Insolvenz übernommen, aber jetzt geht es uns sehr gut. Das erste Jahr war zwar herausfordernd, aber wir haben dafür gesorgt, dass wir das Unternehmen Stück für Stück auf wirtschaftliche Beine stellen. Wir haben erste große Investitionen getätigt", sagt Betriebsleiterin Lisa-Marie Dormayer im ORF.
Ein großes Thema bleiben die Rohstoffpreise. Während Kakao Anfang der 2020er-Jahre noch rund 2.500 Dollar pro Tonne kostete, stieg der Preis 2024 auf über 12.000 Dollar. Gründe dafür waren unter anderem schlechte Ernten, Klimakapriolen und hohe Nachfrage. Seit Mitte des Vorjahres sinken die Preise wieder.
Hauswirth reagierte darauf mit einer neuen Strategie beim Einkauf. "Wir haben uns ganz klar bewusst dafür entschieden, gute Qualität zu einem leistbaren Preis zu platzieren. Wenn man sich das vor Augen hält, setzt man jeden Schritt in genau diese Richtung. Wir haben strategisch eingekauft, nicht wie üblich nur langfristige Kontrakte abgeschlossen, sondern auch mal mutig kurzfristig abgeschlossen. Und das hat uns in eine Situation gebracht, sodass wir faire Preise bieten können für", so Dormayer.
Auch intern wurde umgebaut: Das Sortiment wurde von rund 400 auf 140 Produkte reduziert. Gleichzeitig sollen neue Produkte entwickelt werden. Die rund 70 Mitarbeiter am Standort konnten gehalten werden.
Gut läuft auch der Werksverkauf. Besonders rund um Weihnachten und Ostern ist der Andrang groß. Allein an einem Tag im Dezember kamen 42 Busse nach Kittsee.
Der Blick geht bereits nach vorne: Nach Ostern startet die Planung für das Weihnachtsgeschäft. Zusätzlich sollen neue Produkte etwa für Valentinstag oder Muttertag entstehen.