Wein-Krise besiegelt Aus

Bittere Pleite! Aus für berühmte Vinothek im Burgenland

Die Vinatrium-Vinothek in Deutschkreutz ist pleite. Nach drei Jahrzehnten steht der Betrieb vor dem endgültigen Aus.
Christoph Weichsler
31.03.2026, 14:46
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Jetzt ist es offiziell: Das Vinatrium in Deutschkreutz (Bgld.) ist insolvent. Über den Betreiber, den Verein zur Förderung des Mittelburgenländischen Weines, wurde am Landesgericht Eisenstadt ein Konkursverfahren eröffnet. Die Vinothek kann ihre laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen. Damit ist eingetreten, was sich in den vergangenen Monaten immer deutlicher abgezeichnet hat.

Die wirtschaftliche Lage war zuletzt so angespannt, dass ein Weiterbetrieb kaum mehr möglich war. Hinter den Kulissen wurde noch versucht, Lösungen zu finden – letztlich aber ohne Erfolg.

30 Jahre Vinatrium

Drei Jahrzehnte lang war das Vinatrium ein fixer Bestandteil der Weinregion im Mittelburgenland. Insgesamt 45 Winzer waren in das Projekt eingebunden, viele davon von Beginn an. Mit viel Engagement wurde hier ein Ort geschaffen, der weit über eine klassische Vinothek hinausging.

Gerade in den ersten 15 Jahren lief das Konzept erfolgreich. Die Vinothek war nicht nur Verkaufsstelle für regionale Weine, sondern auch Treffpunkt, Bühne und Veranstaltungsort. Für viele in der Region war sie ein wichtiger Teil des kulturellen Lebens.

Markt unter Druck

Mit der Zeit änderten sich jedoch die Rahmenbedingungen. Der Weinmarkt geriet zunehmend unter Druck, besonders beim Rotwein. Innerhalb kurzer Zeit ging der Konsum um rund 30 Prozent zurück – ein Einbruch, der sich deutlich bemerkbar machte.

Diese Entwicklung traf das Vinatrium besonders hart. Sinkende Einnahmen standen laufenden Kosten gegenüber, die nicht im gleichen Ausmaß reduziert werden konnten. Das Gleichgewicht geriet ins Wanken.

Rettung misslungen

Bis zuletzt wurde versucht, den Betrieb zu stabilisieren. Es gab Gespräche, Überlegungen für neue Konzepte und auch Hoffnung auf Unterstützung von außen. Doch keine dieser Maßnahmen brachte die notwendige Wende.

Am Ende blieb nur mehr die Entscheidung, einen Schlussstrich zu ziehen. Das Konkursverfahren wurde über Eigenantrag eröffnet, ein Insolvenzverwalter wurde bereits bestellt.

So geht es weiter

Gläubiger haben nun bis Anfang Juni Zeit, ihre Forderungen anzumelden. In den kommenden Wochen wird geklärt, wie das Verfahren weiter abläuft und ob es noch Möglichkeiten für einzelne Teile des Betriebs gibt.

Ganz verschwindet das Vinatrium aber nicht aus Deutschkreutz. Veranstaltungen und Feste sollen weiterhin stattfinden. Der Standort bleibt damit zumindest als kultureller Treffpunkt bestehen – auch wenn die Vinothek selbst vor dem Aus steht. Das Vinatrium sperrt zu - und hinterlässt eine Lücke, die man im Mittelburgenland wohl noch lange spüren wird.

{title && {title} } CW, {title && {title} } 31.03.2026, 14:46
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen